Freitag, 30. November 2007

foodcontent (xiii) - 'op'm carlsplatz, wo denn sons?'-edition.

je älter mein vater wird, desto mehr gewinne ich den eindruck, er will
mir -solange es noch gelegenheit dazu gibt - näherbringen, was ihm wirklich 
wichtig ist. da das immer auch bedeutet, dass er etwas von sich preisgeben muss, fällt ihm das 
sichtlich schwer, das merkt man deutlich.
aber er gibt sich große mühe. 
heute brachte er mir eine auflaufform,die er nicht mehr braucht. und, als mitbringsel von einem aufenthalt in meiner heimatgeburtsstadt, einen ziemlich riesigen pott düsseldorfer mostert.



"das ist der beste senf, den es auf der welt gibt", meint mein vater. hm. was soll ich dazu sagen? ich mag senf eingentlich nur da, wo man ihn nicht rausschmeckt. in der salatsoße. oder auch auf der kruste eines bratens, den man vor dem schmoren damit eingestrichen hat. ansonsten kann ich senf überhaupt nicht leiden. aber jetzt werde 
ich mich mit ihm wohl anfreunden müssen. 
meinem vater scheint das irgendwie wichtig zu sein.



["viel spass beim stöbern wünschen ihnen die spicegirls".]

foodcontent (xii).

grobes kartoffel-möhren-püree mit röstzwiebeln

[mal wieder was aus der kategorie 'soulfood': grobes kartoffel-möhren-püree mit stegt løgene.]

thinking (xxv).

und dann ist da noch diese party nächstes wochenende, auf der die ehemalige f***beziehung gemeinsam mit einem kumpel, mit dem auch der mann und ich befreundet sind, seinen geburtstag feiert.

experiment zweisamkeit (vi).

erst in die hölle, dann zu ikea.


gestern: der erste gemeinsame ikea-besuch.
[er ist derjenige, der langsam durch sämtliche ausgestellten zimmer trödelt, alles anfasst und mit dem handy fotografiert. ich wollte einfach nur durchlatschen und am ende in der küchenabteilung das einpacken, was ich mir vorher rausgesucht hatte (schüsseln mit punkten!). haben uns dann doch noch ganz gut geeinigt und kein orangefarbenes sofa gekauft.]

Mittwoch, 28. November 2007

quotable (xxiii).

"Aber die Angst ist mit mir, ein taubes, mich niemals zitternd machendes, nur ungemein beharrliches Gefühl, das langsamerhand zu einem Teil meiner Person wird, so daß ich eigentlich nicht mehr sagen kann, ich habe Angst, vielmehr ich bin Angst, wenn dieses Angstsein mich auch nicht hindert, meine Arbeit zu tun, wenn auch von ihm die anderen nichts wissen und sogar meine zur Schau getragene gute Laune dadurch kaum Einbuße erfährt."




Améry, Jean: Über das Altern. Revolte und Resignation. In: Ders.: Werke, Band 3: Über das Altern / Hand an sich legen. Stuttgart 2005; S. 157.

polka-dotted pleasure-mes.








[was stehen die auch direkt neben dem regal mit den geschichtsbüchern?]

Dienstag, 27. November 2007

wenn meine welt in flammen steht.

heute möchte ich nochmal klein sein und in gummistiefeln durch leicht angefrorenes laub stapfen, mit beiden füßen und viel anlauf lachend in große, dreckige pfützen springen und mit meiner mutter im wald bucheckern sammeln. zuhause angekommen möchte ich dann sofort ins bad manövriert, in der badewanne von den matschfeuchten klamotten befreit, gebadet und anschließend in einen frischen, trockenen hausanzug gesteckt werden. und während meine mutter das abendessen kocht, möchte ich kindersendungen anschauend auf dem wohnzimmerteppich sitzen und styroporkugeln dicht an dicht mit den gesammelten bucheckern bestecken.

reine vernunft darf niemals siegen.

es hat gewonnen. seit samstag besitze ich einen toaster. ein recht billiges, aber schönes modell aus gebürstetem edelstahl mit drei sonderfunktionen (reheat; defrost;cancel) und sechs bräunungsstufen. man kann körnerbrotscheiben hineinstecken und rösten lassen und wenn sie fertig geröstet sind, muss man sie mit den fingern aus den schlitzen pulen, weil körnerbrot anscheinend zu schwer ist, um elegant nach oben 
gefedert zu werden. die glühdrähte im innern des toasters leuchten während des betriebs
in einem fröhlichen hell-lila. und eine krümelschublade hat er auch. toll.

Montag, 26. November 2007

mottoschenken.

heute drei anrufe und eine mail von menschen, die jetzt schon wissen wollen, was ich mir zu weihnachten wünsche. schnelle und doch auch im nachhinein noch überraschend zufriedenstellende antwort meinerseits: "hauptsache, es hat punkte".

man könnte mir also zum beispiel diese hier schenken, oder das, das da, die da, sowas hier, oder eins von denen. auch hier könnte man fündig werden. punktepunktepunkte!

[außerdem auf dem wunschzettel: ein flickr-pro-account.]

lame.

auf meinem tisch stehen vier fertige pakete (thegrouch/nomsen/kytton/lucy).
nur zur post schaffen müsste ich es mal.

[i'm so sorry.]

aber nicht für dich.

und wie ist das eigentlich, während man spätvormittags vor der antipastitheke im supermarkt steht, plötzlich und unvermittelt von der ehemaligen f***beziehung angesprochen wird?

["brennst du, oder was?"]

foodcontent (xi).

resteessen.

[resteessen deluxe: pasta mit geflügelbrust, rucola und einer soße aus rosmarin, knoblauch, champignons, getrockneten und frischen tomaten.]

multiple choice.

welche der folgenden untaten hat der kater während 27-minütiger abwesenheit des werten frauchens heute angestellt?

(a) eine auf dem küchenboard liegende packung spaghetti aufgeknabbert, heruntergeschmissen und etwa zwei drittel ihres inhaltes über den gesamten teppichboden verteilt;

(b) die mit starkem klebeband gesicherte tür des spülunterschrankes geöffnet, den darin befindlichen mülleimer umgekippt und den syphon des spülbeckens abgerissen, so dass das darin befindliche wasser fröhlich herauspladderte und den spülschrank selbst, sowie den teppich vor der gesamten küchenzeile unter wasser setzte;

(c) beim versuch, den kaktus auszubuddeln den halben schreibtisch, die gesamte fensterbank und den teppichboden vor dem fenster versaut;

(d) vier bücher aus dem regal gezerrt und zu boden geschmissen;

(e) alle der genannten optionen.

Sonntag, 25. November 2007

experiment zweisamkeit (v).

als sich die gestern wahrgenommene einladung zum essen bei meiner mutter - und damit einhergehend auch die obligatorische beschau des neuen freundes - ankündigte, hatte ich den mann bereits vorgewarnt, dass in unserer familie so manches ein wenig anders läuft, als man das vielleicht gewohnt ist. wir sind nicht so formal. erkundigungen nach der beruflichen tätigkeit, der herkunft, dem sozialen status der eltern und andere fragen aus dem üblichen kontext des vorstellens der neuen liebe bei den eltern würde es - zumindest von seiten meiner mutter - nicht geben, prophezeihte ich.

wie sehr ich die rafinesse meiner mutter in diesem punkt unterschätzte, zeigte sich anhand einer konversation, die sich zwischen ihr und dem mann ergab, nachdem sie ihm etwa eine stunde lang ihre ältesten kochbücher gezeigt und über die grundlagen des guten kochens referiert hatte.


"was hältst du eigentlich von leuten, die sich ihre lammkeule vom metzger entbeinen lassen?"
- "geht gar nicht!"
"der junge ist in ordnung!"


alles wesentlich wissenswerte über die die grundsätzliche eignung des mannes vermittels einer einzigen kulinarischen frage in erfahrung gebracht: typisch mutter.

examen (vii).

wenn die eltern noch nicht einmal im geringsten verstehen, wie so ein studium abläuft und wie anstrengend es sein kann, wie soll man ihnen dann begreiflich machen, dass man die möglichkeit durchzufallen derzeit für wahrscheinlicher hält als die, es zu schaffen?

["und was machst du gerade?"
- "ich tippe an der bibliographie meiner zulassungsarbeit."
"bibliographie, ahja, das ist der teil, wo du dich selber vorstellst und beschreibst, wie du bisher studiert hast, nicht wahr?"
]

Freitag, 23. November 2007

vorwinter (alles wird wie neu sein).

wäre ich jetzt irgendwo zwischen 19 und 21, würde ich jetzt gerade meinem alten schreibtisch in a.'s zimmer sitzen, während a. smashing punpkins hörend gitarre spielen und gleichzeitig im netz surfen würde. das ganze zimmer wäre ein wohnliches chaos, bestehend aus unsortierten gitarre&bass-zeitschriftenhaufen, noch nicht in meinen improvisierten kleiderschrank eingeräumter wäsche und auf verkrümelten holzbrettchen stehenden tassen mit kakaoresten darin. durch die dünnwandige flügeltür, vor der mein schreibtisch stünde, könnte man p. im nebenzimmer tippen, fernsehen und/oder mit einem freund quatschen hören, während a., die mutter, im flur wäsche aufhinge oder an diesem gigantischen faxkopierfernsprechanrufbeantworterklotz stehend telefonisch die wegen irgendetwas schluchzende tochter besänftigen würde. j., der vater, würde in der küche geschirrklappernd die reste des frühstücks beseitigen, während aus dem wohnzimmer die stimme irgendeines ntv-anzugmenschen über die aktuellen entwicklungen an der börse berichtete.

wäre dieser tag, dieser monat, diese jahreszeit so, wie dieser tag, dieser monat und diese jahreszeit während der letzten 5 jahre immer war, würde ich jetzt an meinem laptop sitzen, alte fotos anschauen, und flennend diesen zeiten hiterher hängen.

stattdessen ist diesmal alles anders: der erste herbst ohne vergangenheitsheimweh. alles ist gut. und was nicht gut ist, wird irgendwie gut werden.

[das vakuum ist ausgefüllt, jemand macht geräusche für mich. man lebt und es riecht nach geborgenheit.]

Donnerstag, 22. November 2007

kleiderschrankerweiterung.



der mann und ich haben übrigens nicht nur die gleiche schuhgröße; wir können auch wunderbar unsere hosen untereinander tauschen.

[das gelbe ding auf der rechten seite des bildes ist übrigens kein gigantischer popel, sondern eine etwas zerfledderte fellmaus des katers.]

Mittwoch, 21. November 2007

perverse phantasien mit elektrisch betriebenen lebensmittelzubereitern.

seltsame dinge passieren. seit der mann mir getoastete hüttenkäsebrote gemacht hat, will ich unbedingt einen toaster haben. dabei gehören toaster, neben etwa elektrischen dosenöffnern, elektrischen messern und eierkochern, definitiv in die kategorie der elektrogeräte, die man überhaupt nicht braucht: toastbrot ist schlecht, das sollte man nicht essen. trotzdem ist der wunsch nach einem toaster so stark, dass er sogar meine vernunft angreift. denn die paar male, wo ich getoastetes körnerbrot haben will, kann ich mir das auch im backofen rösten. oder einfach den toaster des mannes benutzen. dafür muss ich kein sechsundreißig-euro-gerät [jawohl, denn wenn schon, dann muss es natürlich gleich ein langschlitztoaster sein] kaufen, das nichts kann, außer brotscheiben rösten und platz wegnehmen. warum zur hölle will ich mir also einen toaster kaufen?
außerdem verspüre ich den unterschwelligen drang danach, ein waffeleisen zu besitzen. ein waffeleisen! auch waffeleisen braucht man nicht. waffeleisen sind ganz schlimm frühe neunziger. und man kann damit nichts machen, außer ungesunden, kalorienreichen waffeln, die man mit weiteren hochkalorischen zutaten (puderzucker, schokosoße, apfelmus etc.) überschütten und verzehren muss. man verwendet so ein waffeleisen höchstens drei mal im jahr, und den rest der zeit steht es blöde im schrank herum und kostet platz. wenn man unbedingt waffeln essen will, kann man ein kleinkind kidnappen und mit ihm auf das nächstgelegene kindergartenfest gehen, auf dem sich mindestens eine mutter befinden wird, die hinter einem viel zu niedrigen kindergartentisch in rückenschädigender haltung wunderbare waffeln bäckt und gegen ein geringes entgelt feilbietet. aber selber haben muss man so ein waffeleisen nicht.

und als wäre das nicht genug, spüre ich außerdem ein gewisses interesse an einem sandwichmaker, der ja in etwa der spross der perversen vereinigung von toaster und waffeleisen sein könnte: man legt mit fettigen sachen belegte toastscheiben in eine art waffeleisen hinein, und heraus kommen schlecht sättigende und ernährungspolitisch vollkommen untighte snacks, die man dann gierig und in rauhen mengen in sich hineinstopft. und gleich am nächsten tag wiegt man drei kilo mehr. sandwichmaker sind was für lan-party-geeks und wow-zockende pickelteenager. aber gewichtshalbiererinnen haben gefälligst die finger davon zu lassen.

was also sollen derartige phantasien? woher kommen die so pötzlich? und vor allem: wie werde ich sie wieder los? ich will wieder zurück dahin, wo ich bis vor vier wochen noch war: glücklich mit nichts als gemüse, olivenöl und hüttenkäse.

thinking (xxv).

"du warst sechs monate lange nicht auf lesarion.de eingeloggt. aus diesem grund haben wir heute deine teilnahme am partner-matching beendet."



['und worüber ich wohl lache, während ich aller tage abende abwasch mache.']

Dienstag, 20. November 2007

reducing myself (xii).

"zweimal sex haben", fasst s. die antwort auf einen leserbrief aus der fhm zusammen, "verbrennt etwa 500 kalorien".
hm. das wäre eine plausible erklärung, weshalb ich während der letzten vier wochen trotz ben&jerry's, viel brot, viel schokolade und wenig sport insgesamt 2,3 kilo abgenommen habe.


[ich sollte diese phase ausnutzen: wenig essen + viel sex + viel sport. damit kann man sicher auch 5 kilo pro monat abnehmen, wenn man's drauf anlegt.]

[s., die irgendwo aus franken kommt (glaube ich), definiert mich übrigens nicht mehr als 'dick'. bei denen daheim, sagt sie, würde man sagen, ich sei 'gut beinander'. na dann.]