Sonntag, 5. Dezember 2010

moment.

[December 3 – Moment. Pick one moment during which you felt most alive this year. Describe it in vivid detail (texture, smells, voices, noises, colors) #reverb10].

ich knie in unserem wohnzimmer auf einer matratze, meine unterarme liegen auf einem stuhl, meine hände lassen alle paar minuten das holz der stuhllehne, die sie umklammern, knacken. eine letzte, besonders intensive presswehe, ich spüre wie zuerst der kopf, dann die schultern und schließlich das ganze baby in einem rutsch aus mir herausschlüpft und mit einer im gegensatz zu diesem brachialen akt der geburt geradezu absurden sanftheit zwischen meinen knien landet. alles ist still, ich lege den kopf auf der sitzfläche des stuhls ab und seufze tief. vorbei. endlich. meine oberschenkel zittern, ich setze mich hin, lehne mich an das sofa. neben mir sitzt der mann, ich nehme das baby auf, "das ist ja ein junge!". ich küsse seinen kopf und streiche mit den lippen immer wieder über seine haare. schleim, fruchtwasser, blut, durch die geöffneten balkontüren weht ein leichter, lauwarmer sommerabendwind. ich habe ein kind geboren.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

writing.

[December 2 – Writing. What do you do each day that doesn’t contribute to your writing — and can you eliminate it? #reverb10]

ich schreibe zu wenig, in fast jeder hinsicht. ich blogge zu wenig, ich habe diess jahr kaum einen journalistischen schreibauftrag übernommen; auf dem regal an meinem bett liegt ein neues, wunderschönes paper blank - leer. gleichzeitig bin ich glücklich darüber, regelmäßig neue dinge in mein auftragsbuch schreiben zu dürfen; diese abzuarbeiten und weitere aufträge zu bekommen ist zur zeit meine lieblings-priorität, auf die ich die energie und zeit, die ein alltag mit 2 kleinen kindern mir lässt, bevorzugt verwende. dass das schreiben darunter leidet finde ich nichts desto trotz sehr schade. mit der in 2011 hoffentlich etwas öfter einkehrenden ruhe und muse (s.u.) rutscht das hoffentlich wieder ein paar punkte weiter nach oben auf meiner priotitätenliste.
das geöffnet-lassen und zwischendurch immer wieder ansehen der produktseiten. denn bestellungsstatus überwachen, das tracken verfolgen stalken des versendeten pakets, den tag des vermutlichen lieferdatums so planen, dass man auf jeden fall zur richtigen zeit zu hause ist.

[vorfreude.]

Mittwoch, 1. Dezember 2010

one word.

[ December 1 – One Word. Encapsulate the year 2010 in one word. Explain why you’re choosing that word. Now, imagine it’s one year from today, what would you like the word to be that captures 2011 for you? #reverb10]

viele dinge in 2010 waren und sind mit einem großen fragezeichen verbunden. das passende wort dazu will mir nicht recht einfallen; unsicherheit trifft es nicht. es ist mehr so, als hielte ich, als hielten wir ein ganzes bündel loser enden in der hand, von denen wir noch nicht recht wissen, wo wir sie anknoten sollen. wollen wir noch ein drittes kind? will der mann einen neuen job? wollen wir in freiburg bleiben oder lieber in eine andere stadt ziehen? oder aufs land? teil werden von einem hippiewohnprojekt auf einem großen hof oder einem schloss?

es wäre schön, wenn ich ende 2011 sagen könnte, in diesem jahr zumindest in ein paar dieser (und anderer) punkte irgendwo angekommen zu sein oder sie im positiven sinne abgeschlossen zu haben. die letzten 3 jahre waren turbulent; ständig passierte irgendetwas neues, unglaubliches, unglaublich tolles. alles war aufregend und ständig im wachsen und werden. das war bitter nötig und das beste, was mir passieren konnte. aber fürs nächste jahr wünsche ich mir in dieser hinsicht etwas weniger rush und mehr muse, sich mit dem, was da in den letzten jahren passiert ist, richtig vertraut zu machen, wurzeln zu schlagen, ohne vom nächsten wunder davon abgelenkt zu werden.

Donnerstag, 25. November 2010

"der tod und seine überschreitung" googlen. dem ersten ergebnis folgen. lesen. schauern. flennen. bewundern. lächeln. flennen. tränen trocknen. die energie spüren. flennen. lächeln.

vier minus drei.

leseprobe.

Montag, 22. November 2010

mein dfssgf- päckchen ist da!

...und wieder mal habe ich einen richtigen glückstreffer gelandet. josé von essenslust hat mich mit ausnahmslos tollen sachen beschenkt, die in jeder hinsicht nach meinem geschmack sind. ich krieg mich gar nicht mehr ein.

jackpot!

von links nach rechts: tolle italienische nudeln von einer marke, die ich noch nicht kannte: ppura. die werden auf jeden fall irgendwann genüsslich mit ein paar wenigen, aber besonders guten zutaten zu einem hervorragenden pasta- mahl verarbeitet. gibt's derzeit eigentlich noch steinpilze? daneben, oben: ein glas orangenmarmelade von zwergenwiese. ich selbst bin nicht so der typ für süßes aufs brot, aber der mann als großer marmeladenfreund freut sich darüber sehr. darunter: "duft der macchia", eine gewürzmischung von herbaria, einer meiner beiden lieblingsfirmen für gewürze. diese ungewöhnliche zusammenstellung mit lavendel, zitrusfrüchten und pfeffer wurde gleich an unserem pasta- lunch ausprobiert und für sehr lecker befunden. als nächstes: ein glas grünes pesto von rapunzel. pesto geht natürlich immer; und dieses hier wird uns sicherlich hervorragend über einen mittag retten, an dem ich keine lust oder zu wenig zeit zum kochen finde. zu guter letzt: weiße bruchschokolade mit blüten drin von rosengarten. mjam. jam. jam.
hach. ich bin hin und weg: nicht nur, weil alles bio ist, sondern auch, weil nichts davon zu unserem typischen alltags-futterkram gehört und wir so ein päckchen mit fünf kleinen neuentdeckungen bekommen haben. vielen dank, liebe josé!

Mittwoch, 3. November 2010

thinking.

das schönste kompliment, dass ich jemandem machen kann: vergessen, fotos zu machen, während ich mit ihm zusammen bin.

Montag, 1. November 2010

kürbiscurry mit tomaten und spinatreis.

auf den amerikanischen foodblogs wird zu jedem rezept immer zuerst eine möglichst stimmungsvolle geschichte erzählt, die den leser wohl in die laune versetzen soll, das vorgeschlagene rezept dann umgehend nachkochen zu wollen. die geschichte zu diesem rezept geht so:
auf twitter erzählte ich neulich, dass unser vergangener samstag eher nicht so der brüller war. die nacht endete für den mann um halb fünf morgens, nachdem ein nackter sohn I den schmierigen inhalt seiner vollen windel sowohl auf seiner eigenen, als auch auf der matratze des mannes verteilt hatte. meine nacht endete, nachdem sohn und betten vom mann gesäubert worden waren, eine halbe stunde später durch ein mit viel enthusiasmus vorgetragenes konzert auf der salatschleuder inklusive gesangsbegleitung. ja, kinder sind das lachen der welt! ja, solche tage gibt's auch.
nach kurzer besprechung verzog sich der mann, er war am vorabend erst um halb zwei von einem treffen mit freunden nach hause gekommen, mit migräne wieder ins bett. ich verzog mich mit den jungs in die küche, machte frühstück und abwasch, räumte auf, buk brot. das dauerte zwei stunden. ich zog die jungs an und ging auf dem münstermarkt und im biosupermarkt wochenend- einkaufen. das dauerte nochmal zwei stunden. ich konnte nicht alles auf einmal einkaufen, weil mir der mann als packesel fehlte und ich so eben nur mitnehmen konnte, was in den rucksack passte. ich fuhr also nach hause, lud die einkäufe und die kinder aus, wickelte die kinder und packte sie wieder ein, um die restlichen einkäufe im benachbarten viertel zu erledigen. und auch das dauerte nochmal zwei stunden. am ende war ich einigermaßen erledigt, aber zufrieden, den ganzen großen einkauf erfolgreich bestritten zu haben. und erleichtert, nun vollständig ausgerüstet zu sein, um dem essensbesuch, den wir tags drauf erwarteten, mit diesem irre leckeren kürbiscurry bekochen zu können, das der mann neulich gemacht hatte. als ich wieder zuhause war, teilte mir der mann mit, er habe dem besuch abgesagt, weil er einfach nicht fit sei für besuch. ja nun.
jetzt sitzen wir hier auf zweieinhalb kilo muskatkürbis, einem pfund spinat und zwei dicken bund koriander und werden wohl das ganze lange wochenende nichts mehr essen außer kürbiscurry mit spinatreis. ein trost: dieses essen ist so verflucht lecker, dass mir das gar nichts ausmacht.
so. habt ihr jetzt nach dem ganzen gelaber nicht auch unglaublich hunger bekommen? - hier ist das rezept.

für den spinatreis braucht man:

90 g butter (wir nehmen ghee)
200g langkornreis
500 ml gemüsebrühe
2 el olivenöl
2 große zwiebeln, feingehackt
250g blattspinat, gehackt
salz, pfeffer

1. die butter / das ghee in einem topf erhitzen. reis zufügen und bei schwacher hitze 10 minuten unter rühren braten, bis die körner goldgelb werden.
2. brühe, salz und pfeffer dazugeben. langsam unter ständigem rühren zum kochen bringen. hitze auf ganz niedrige flamme reduzieren und im geschlossenen topf 20 minuten quellen lassen.
3. öl in einer pfanne erhitzen. zwiebeln darin bei mittlerer hitze glasig dünsten. spinat dazugeben, hitze reduzieren und in der geschlossenen pfanne ca. 5- 10 minuten dünsten.
4. de spinatmischung zum reis geben und vermengen, bis alles gleichmäßig heiß ist.

[365- 281] lunch.

für das kürbiscurry braucht man:

10 cocktailtomaten
ein walnussgroßes stück ingwer, feingehackt oder gerieben
600 g kürbis (ich mag am liebsten muskatkürbis)
2 el öl oder ghee
1 el rote currypaste
400 ml kokosmilch
1/2 bund koriander
optional: eine große hand voll geröstete cashewkerne

1. den kürbis schälen, entkernen und in mundgerechte stücke schneiden. das öl/ ghee in einem topf erhitzen, den ingwer und die currypaste hineinrühren. von der oberen, cremigen schicht der kokosmilch 5 el abnehmen und unterrühren. die masse bei schwacher hitze 1 minute köcheln lassen.
2. die kürbisstücke und die restliche kokosmilch dazugeben und bei schwacher hitze unter rühren ca. 8 minuten schmoren. die cocktailtomaten hinzufügen un kurz mitdünsten.
3. den koriander waschen und trockenschütteln, die blätter von den stielen zupfen und über das curry streuen.
4. das curry mit dem spinatreis auf tellern anrichten und eventuell die optionalen cashews darübergeben.

[365-279] lunch.

mjamjam. guten appettit!

Montag, 25. Oktober 2010

in der waybackmachine nach altem netzcontent von mir gesucht. und gefunden. gelesen, mich gegruselt, gänsehaut bekommen. mich erinnert, zurückversetzt. war ich das wirklich? ich war ganz schön gut, was?

Freitag, 22. Oktober 2010

alway smiling.

"tsi!"

du kommst auf die welt, um ihr den kopf zu verdrehen
du lachst über hunde und deine eigenen zehen
du bleibst, kaum kannst du laufen, alle zwei meter stehen
und fällst auf die knie, um noch ein wunder zu sehn

in the kitchen.

siblings.

und am nächsten wunder ziehen sie dich vorbei
der, der dich am arm hält, zählt bis drei
und es geht vorbei, es geht vorbei
es geht vorbei, es geht vorbei
es geht vorbei, es geht vorbei

und das zehnte wunder zieht an dir vorbei
du betest, dass es stehen bleibt, zählst bis drei
und es geht vorbei, es geht vorbei
es geht vorbei, es geht vorbei
es geht vorbei, es geht vorbei

.

working in the studio with m.

es geht vorbei. egal, wie sehr man sich bemüht, all diese entzückenden momente so ausgiebig wie möglich auszukosten, sie gehen trotzdem vorbei. wäre ich jemand, der spontan heulen kann, ich müsste jeden tag mehrfach in tränen ausbrechen ob all der freude und der wunder und all des herzkitzelns, selbst an den anstrengenden tagen. und darauf kommt es an.

die zeit heilt und alle wundern sich nach all den jahren
dass nichts bleibt, als ein paar stunden, da wo wunder waren
die zeit heilt alle wunder
.

ich will mich nicht wundern in ein paar jahren.

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Mittwoch, 13. Oktober 2010

herbst.

ein himmelblauer spätherbstmorgen in der stadt,
die nacht war lang und ich bin immer noch wach.
und ich sitze hier und schreib was, mal ein bild von dir,
mach die augen zu und seh dich vor mir.

wünschte, du wärst hier, seh dich vor mir.
wünschte, du wärst hier bei mir.

herbst.

und ich stehe hier am fenster und schau den autos zu,
streichle die katzen und wünschte, es wärst du.
setz mich an den ofen, schaue in das buch,
versuch, die worte zu entziffern, doch es bleibt bei dem versuch.
leg mich auf mein bett und weit von hier,
mach die augen auf und seh dich vor mir.

herbst.

wünschte, du wärst hier, seh dich vor mir.
wünschte, du wärst hier bei mir.


[rio reiser: herbst.]

Donnerstag, 7. Oktober 2010

notiz.

- "schreib mal'n buch."
- das unspektakuläre glück
- kontinuum

Dienstag, 5. Oktober 2010

essen ist eine politische handlung.

eine kleine internet- geschichte, wie ich sie liebe: ich stolpere über einen artikel in der zeit, der von wam kat erzählt - einem gebürtigen holländer, der seinen unterhalt damit verdient, demonstranten zu bekochen. er kocht vegan und ausschließlich mit bio- zutaten, weil er diese art der ernährung für die gesundheitlich und vor allem politisch gescheiteste hält. ein zitat aus diesem text bleibt mir besonders in erinnerung: "essen ist eine politische handlung". das ist in etwa die essenz eines ganz zentralen aspekts, den ich seit jahren in meinem einkaufs- und essverhalten zu beherzigen versuche. und gleichzeitig etwas, das bei vielen immer noch auf unverständiges kopfschütteln stößt und mit dem ich mich regelmäßig in hitzige gespräche manövriere. etwas, das man daher, finde ich, in die welt tragen und diskutieren sollte, als floh in viele ohren und als gedanken in viele köpfe setzen sollte. dieser spruch auf einem t-shirt, das wär's. dacht' ich und postete es auf facebook.
heute abend bekam ich daraufhin eine facebook- mail von wam höchstpersönlich. er hätte auch gern so ein shirt, schrieb er, wir unterhielten uns ein bisschen. em ende des gesprächs hatte ich bereits den plan gefasst, morgen in der stadt eben solche shirts für wam, ramona und mich drucken zu lassen, da kam till mit der idee um die ecke, doch einfach, er hätte nämlich auch interesse an so einem shirt, einen spreadshop daraus zu machen. hab ich gemacht. denn je mehr leute so ein shirt kaufen können, desto besser. hier, bitteschön:


alle produkte außer den damen- übergrößen- shirts sind aus bio- baumwolle; die farbe des shirts ist frei wählbar. die provision der verkauften produkte werde ich natürlich nicht selbst behalten. ob ich sie direkt an wam oder an ein projekt o. ä. seiner wahl weiterleite, besprechen wir derzeit noch.

Freitag, 1. Oktober 2010

Mittwoch, 29. September 2010

foodcontent (schnauzevollvonrömischenzahlen).

wer mein "365-days in what i eat"- projekt verfolgt, hat sicher schon festgestellt, dass es bei uns ziemlich häufig etwas gibt, was wir naanbrot nennen. ich umschreibe das so, weil unser naanbrot mit dem echten zwar einige dinge gemein hat, aber trotzdem was ganz anderes ist.
echtes naanbrot ist ein ca. 0,5 bis 1 cm dünner, über offener flamme gebackener fladen aus meist mit joghurt gesäuertem teig; das fertig gebackene brot wird mit oft garam masala bestreut. kann ich (bis auf die offene flamme) auch, sieht dann so aus:

naan.

- eignet sich gut, um damit suppen zu löffeln und schmeckt hervorragend, solange es ganz frisch gegessen wird. danach wird es leider recht schnell pappig.

in unser naanbrot werden die gewürze im ganzen im brot eingebacken, sie sind dicker, werden vor dem backen außen nochmal mit joghurt bestrichen und schmecken auch am nächsten tag noch zum frühstück gut (der mann: mit honig; ich: mit avocado). außerdem sind sie mit dips und vielleicht einem salat dazu eher als eigenständige hauptmahlzeit geeignet, denn als beilage.

naanbrot fällt bei uns in die gleiche soulfood- kategorie wie backgemüse. es wärmt von innen, wenn es draußen seit tagen nur regnet, es kräftigt, wenn man sich krank fühlt. und trotz jeder noch so drückenden melancholie gibt so ein dampfend heißes, knuspriges stück naanbrot mit einem großen klecks hüttenkäse einem die zuversicht, dass die welt doch irgendwie auch gut ist, solange man nur naanbrot backen kann.

[365-230] lunch.

ich verrate euch mal was: mit naanbrot habe ich den mann geködert. an einem verregneten, dunklen herbstabend nötigte ich ihm, er war schon auf dem sprung zur straßenbahn, einen biss in einen frisch gebackenen fladen ab - und kaum ein jahr später kam unser erster gemeinsamer sohn zur welt. so kann's gehen, wenn man nur das richtige brotrezept kennt.
heute hat naanbrot einen festen platz in den top 5 unserer lieblingsessen. auch der große sohn mümmelt kaum ein brot so genüsslich weg wie naanbrot - sogar mit rinde und ganz ohne belag!

am liebsten essen wir naanbrot ofenheiß mit mindestens zwei dips: mit zitronensaft, salz und pfeffer angemachter hüttenkäse ist immer dabei; außerdem entweder meine version von hummus (rezept enthalten im backgemüse- posting), oder ein schweineleckerer rote-linsen-dip. das rezept für diesen und das fürs naanbrot verrate ich euch heute (endlich mal).

für 4 fladen naan- brot braucht man:

- je 1 el koriander-, fenchel-, und kreuzkümmelsamen
- 3 el sesamsamen
- 4 el ghee
- 250g mehl
- 1/2 tl backpulver
- 1 ei
- 4el joghurt (3,5%)
- 3 tl trockenhefe
- 1/2 tl salz
- 2 tl zucker

1. die gewürze mit dem sesam in einer unbeschichteten pfanne ohne fett kurz anrösten, bis die zu duften beginnen und der sesam leicht gebräunt ist.



2. das ghee schmelzen lassen. das mehl mit dem backpulver mischen. das ei verquirlen und mit dem ghee, der mehlmischung und allen übrigen zutaten einige minuten lang zu einem glatten teig verkneten. wenn er zu klebrig ist, noch etwas mehl hinzugeben. zugedeckt an einem warmen ort 2 stunden gehen lassen. (in dieser zeit kann man den linsendip vorbereiten.)



3. aus dem aufgegangenen teig vier ca. 1cm dicke fladen formen (wie man hier sieht: wir machen immer die doppelte menge), auf ein mit backpapier ausgelegtes blech legen und weitere 10 minuten ruhen lassen. den backofen auf 200°C (umluft 180°C) vorheizen. die brote auf der oberseite dünn mit joghurt bestreichen. im heißen ofen auf mittlerer schiene ca. 7 minuten backen, dann wenden, auf der anderen seite mit joghurt bestreichen und nochmal ca. 5- 7 minuten backen, bis sie goldbraun sind. ofenwarm servieren.

[365-259] lunch.

für den linsendip braucht man:

- 120g rote linsen
- 30 g rundkornreis
- 1/2 l gemüsebrühe
- 2 schalotten
- 1 tl koriandersamen
- 1 mittelgroße rote paprikaschote
- 2 el olivenöl
- saft von 1 zitrone
- 1 tl getrocknete minze
- 1 prise gemahlener piment
- salz, pfeffer

1. die linsen unter fließendem wasser abspülen, dann zusammen mit dem reis in der gemüsebrühe aufkochen. die schalotten schälen, fein würfeln und unterrühren. alles zugedeckt bei schwacher hitze ca. 10 minuten leise kochen lassen. koriandersamen im mörser zerstoßen, hinzugeben und weitere 5 minuten köcheln. vom herd nehmen und abkühlen lassen.

2. die paprikaschote waschen, putzen und in sehr kleine würfel schneiden.

3. olivenöl und zitronensaft zu den linsen geben und alles mit dem pürierstab pürieren. mit minze, piment, salz (vorsichtig! meist ist der dip durch die gemüsebrühe schon recht gut gesalzen) und pfeffer abschmecken. drei viertel der paprikawürfel unter das linsenpüree heben. den dip dann in ein schüsselchen füllen und die restlichen paprikawürfeln darübergeben.

guten appettit!

[365-193] lunch.

Sonntag, 26. September 2010

den kleinen trage ich, den großen schiebe ich unter graudüsterwolkenverhangenem himmel durch feuchten herbstwind. wenn der große sich zu mir umdreht, um mir zu erzählen, was er so alles sieht (vögel! krähen! auto! hund! baum!) muss er seine augen mit flatternden lidern vor dem wind schützen; all diese mama-kind-unterhaltungen müssen rufenderweise geführt werden. zwischen brezelstücke abbrechen und trinkflasche anreichen lächeln wir uns an, wir haben beide spaß an diesem radauwetter. bei der nächsten windböe die arme ausbreiten, sich den anorak aufblähen lassen, freudig jauchzen. pfützenspringen (scheiß auf undichte gummistiefel und nasse socken!). im wald wird er vom kinderwagenkind zum abenteuerlustigen jungen. durch den wald rennen und mit dem wind die bäume anheulen, ausrasten, auspowern, spaß haben, rennen, kreischen, lachen, energie loswerden.
satte umarmungen zu dritt, pralle küsse auf herbstkühle kinderwangen. leben, lieben, lachen.

Donnerstag, 23. September 2010

wie schule sein kann.

"also, ich wäre tief beunruhigt, wenn in dieser klasse (...) funktionierende kinder wären, also lauter so kinder, die einfach immer funktionieren. das sind keine leute, mit denen man die welt verändern kann, mit denen man mal irgendwas auf die beine stellen kann."

in der mediathek des br- online gibt es derzeit den ersten teil einer dreiteiligen dokumentation über die ersten acht jahre waldorfschule zu sehen. der film heißt "guten morgen, liebe kinder" und ist derzeit in der rubrik "meistgesehen" zu finden (direkt verlinken geht scheinbar leider nicht).

Donnerstag, 9. September 2010

dieser eine gedanke, der immer und immer wiederkehrt und jedes mal wieder die selbe frage aufwirft. man hat ihn in den letzten wochen so oft schon freundlich gebeten, so in einem jahr nochmal vorbezuschauen und einen bis dahin bitte erstmal in ruhe zu lassen. aber es nützt nichts. gleitet durch die tür, tritt sich vorher die schuhe nicht ab, macht auf dem weg zum sofa fußspuren aufs parkett und sitzt sich dort dann erstmal ein paar stunden genüsslich grinsend den hintern platt. und verschwindet nie, ohne einen überzeugten fingerzeig in richtung esstisch.
ob da wohl noch ein platz unbesetzt ist, ob da noch wer fehlt? steht da noch ein name zu wenig am briefkasten, ist da eine weitere babydecke noch ungestrickt?
growing so fast.