[artwork by jademond.]
Dienstag, 27. Juli 2010
die ganze zeit denkt man so: das ist ja alles viel einfacher als gedacht mit zwei kindern, und das, was nicht so einfach ist, das wird sich ja sicher auch noch irgendwie ergeben. es macht viel spaß alles, es ist anstrengend, aber es gibt so viel neues zu gucken, zu entdecken, zu erfahren, zu freuen, und sogar zum arbeiten komme ich zwischendurch auch ab und zu noch.
und erst auf den zweiten blick stellt man fest, wie viel dann doch liegenbleibt, zu kurz kommt. das bloggen, e-mails beantworten, schlafen, essen, für sich selbst sein. im kopf tausend tolle sachen, die ich mit den und für die kinder machen will; heute, nächste woche, in ein paar monaten, in einigen jahren. lauter überlegungen, was ihnen vielleicht gefallen könnte, was einfach schön wäre für sie zu tun. drachen basteln und steigen lassen, steine, kastanien, bucheckern sammeln. bei der krötenwanderung helfen gehen, ihnen dieses und jenes kleidungsstück stricken, eine spiellandschaft nähen. ihnen im winter wärmflaschen in die lammfellfußsäcke legen, wenn wir bei minusgraden rauswollen. tausend gesten der fürsorglichkeit; vorfreude darauf, spaß daran.
zwischendurch kurz die überlegung, ob ich über all das mamasein vielleicht ein bisschen vergessen habe, wer ich bin. oder ob es jetzt eben das ist, was ich bin.
und erst auf den zweiten blick stellt man fest, wie viel dann doch liegenbleibt, zu kurz kommt. das bloggen, e-mails beantworten, schlafen, essen, für sich selbst sein. im kopf tausend tolle sachen, die ich mit den und für die kinder machen will; heute, nächste woche, in ein paar monaten, in einigen jahren. lauter überlegungen, was ihnen vielleicht gefallen könnte, was einfach schön wäre für sie zu tun. drachen basteln und steigen lassen, steine, kastanien, bucheckern sammeln. bei der krötenwanderung helfen gehen, ihnen dieses und jenes kleidungsstück stricken, eine spiellandschaft nähen. ihnen im winter wärmflaschen in die lammfellfußsäcke legen, wenn wir bei minusgraden rauswollen. tausend gesten der fürsorglichkeit; vorfreude darauf, spaß daran.
zwischendurch kurz die überlegung, ob ich über all das mamasein vielleicht ein bisschen vergessen habe, wer ich bin. oder ob es jetzt eben das ist, was ich bin.
Donnerstag, 22. Juli 2010
wo ja immer alle über die dhl und insbesondere ihre zusteller lästern, muss ich an dieser stelle mal eine lanze brechen für unseren neuen zusteller. nach dem einen, der im lieferwagen immer rauchte und demzufolge immer nach aschenbecher stinkende pakete ablieferte, und dem anderen, der immer dreivierfünfmal klingelte und, hatte man es nicht innerhalb der folgenden zweieinhalb sekunden zur tür geschafft, sturm zu klingeln begann, haben wir nämlich jetzt einen zusteller, der total super ist.
während ich noch schwanger war und er mich einzwei male nicht angetroffen hatte, fragte er, wann ich denn gewöhnlich vormittags das haus verließe und wann ich in der regel wieder zurück sei - damit er nach möglichkeit dann kommt, wenn ich da bin. damit ich mit dem schweren bauch nicht auch noch zur post latschen muss. da war ich im positivsten sinne schon sehr perplex. heute früh klingelte er dann; ich hatte den großen sohn auf der hüfte sitzen und den kleinen sohn auf der anderen seite über der schulter hängen; öffnete die tür mit dem ellbogen und wusste kurz nicht, welches kind ich jetzt wo ablegen oder -setzen sollte, um das paket annehmen und auf dem elektroknochen unterschreiben zu können. da winkt der dhl- bote ab, drückt das päckchen dem großen sohn in die hand und sagt: "ach, lassen sie, ich kann auch unterschreiben"; sprachs, lächelte und düste irgendwas auf den touchscreen kritzelnd wieder ab.
fand ich super. wenn der in der weihnachtszeit immer noch unsere route bedient, kriegt er eine tüte kekse.
während ich noch schwanger war und er mich einzwei male nicht angetroffen hatte, fragte er, wann ich denn gewöhnlich vormittags das haus verließe und wann ich in der regel wieder zurück sei - damit er nach möglichkeit dann kommt, wenn ich da bin. damit ich mit dem schweren bauch nicht auch noch zur post latschen muss. da war ich im positivsten sinne schon sehr perplex. heute früh klingelte er dann; ich hatte den großen sohn auf der hüfte sitzen und den kleinen sohn auf der anderen seite über der schulter hängen; öffnete die tür mit dem ellbogen und wusste kurz nicht, welches kind ich jetzt wo ablegen oder -setzen sollte, um das paket annehmen und auf dem elektroknochen unterschreiben zu können. da winkt der dhl- bote ab, drückt das päckchen dem großen sohn in die hand und sagt: "ach, lassen sie, ich kann auch unterschreiben"; sprachs, lächelte und düste irgendwas auf den touchscreen kritzelnd wieder ab.
fand ich super. wenn der in der weihnachtszeit immer noch unsere route bedient, kriegt er eine tüte kekse.
Montag, 12. Juli 2010
quotable (lxiv).
"Und wieder muss ich lachen, weil da wieder jemand dachte, dass er mich kennt. Wie einfach das wäre. Wie nah. Wie unmöglich."
[lisa über das (vermeintlich öffentliche) leben im internet.]
Freitag, 9. Juli 2010
dankeschön möchte ich noch sagen für all die tollen twitter-replies, mails und geschenke, die mich und uns in den letzten 2 wochen erreicht haben. insgesamt sind das viel, viel zu viele raktionen auf mein geburts- getwitter und glückwünsche zu unserem zweiten sohn, als dass ich jede einzelne davon beantworten könnte (beim 204. @reply und der 14. mail habe ich aufgehört zu zählen). ich habe mich aber über jede einzelne nachricht sehr gefreut und sie sehr gerne gelesen. ihr seid toll, danke. gesondert und ganz besonders bedanken möchte ich mich bei anke, die mir zur geburt ein strickbuch von meinem amazon-wunschzettel schenkte; bei sue, von der der kleine sohn ein schnuffelpüppchen und ich eine flasche lavendelöl bekam (lavendel! weleda!!); bei madame rakete, die dem sohn ein lieder- und geschichtenbuch spendierte und natürlich bei caro und r. für das dabeisein in den letzten wochen, für eine lavendelpflanze und ein lustiges babydings, für brustwarzensalbe und wassermelone, ein tolles buch für max und einen großen berg wochenbettverpflegung. ihr seid so toll, alle und ich stehe wieder mal im positivsten sinne fassungslos da und staune darüber, wie gut alles geworden ist.
Freitag, 2. Juli 2010
wie es war (ii).
beschlossen, keinen ausführlichen geburtsbericht zu bloggen.
ich habe den geburtsverlauf ohnehin bis kurz vor einsetzen der austreibungsphase live getwittert und und fotos von der geburt geflickrt; es war schön, so viel zu von diesem besonderen tag zu teilen. mein kind wurde geboren und ihr wart dabei; ihr menschen aus diesem merkwürdigen internet, ihr fremden, ihr freunde, die ich noch nie persönlich getroffen habe, ihr anonymen geschenke-schicker, ihr inspirierer. es war eine schöne möglichkeit, einen weiteren höhepunkt dieses merkwürdigen lebens, das ihr hier seit jahren schon mitlest, mit euch zu teilen und zu feiern. danke, dass ihr dabei wart.
der minutengenaue ablauf und irgendwelche zahlen darüber, wie weit der muttermund zu welcher uhrzeit geöffnet war - wen interessiert das denn bitte. in meiner erinnerung spielen andere momente die deutlich größere rolle.
für den schmerzhaften teil der geburt, insbesondere für die presswehen (die ich auch diesmal vollkommen unbetäubt erleben durfte, denn bei einer hausgeburt ist natürlich keine pda oder betäubung anderer art möglich) gilt, was ich schon nach der geburt des größeren sohns schrieb, und nach der geburt des kleinen sohns dann in diese empörten worte fasste: die körperliche erinnerung an diese unfassbaren, apokalyptischen schmerzen, die körperlich nachvollziehbare reproduzierbarkeit des gefühls, einen kleinen menschen aus sich herauszupressen, war bereits wenige minuten nach der geburt verblasst. sauerei. wo ich mir doch diesmal fest vorgenommen hatte, mir den schmerz diesmal besonders gut zu merken, um der versuchung, ein drittes kind zu bekommen, mit dem wissen entgehen zu können, dass ich DAS ganz sicher nicht nochmal durchleben will.
kaum ein paar momente zuvor kniete ich noch fluchend auf der matratze, die unterarme auf einen stuhl gestützt. bei jeder presswehe gab ich ein irrsinnig tiefes und - wie ich dachte - lautes, animalisches knurren von mir; eines von der sorte wie man es aus exorzismus- filmen kennt. es hätte mich nicht gewundert, wenn ich irgendwann angefangen hätte, dämonische verse in irgendeiner uralten biblischen sprache auszuspucken. dieses knurren: ein geräusch, dass man definitiv nicht nachahmen kann, wenn man keine presswehen hat. ein ausdruck ungeheurer kraft, und trotzdem jagte es mir ein wenig angst ein, dass solche geräusche aus mir rauskommen. ein knurren, über das der mann zu meiner großen verblüffung später sagte: "das war ein sehr schönes geräusch" und von dem die nachbarn rein gar nichts mitbekommen hatten; sie reagierten sehr überrascht auf die nachricht, dass das kind jetzt da sei. unter jeder wehe rannte mir der schweiß nur so übers gesicht; in jeder wehenpause hing ich vollkommen fertig und fluchend über dem stuhl.
irgendwann dieser absurde moment, als der kopf des babys schon zu sehen und zu tasten war; als es selbigen bewegte, mich damit kitzelte und ich belustigt kichern musste.
der mann stellte teelichte auf. nur wenig später dann zwei presswehen ohne pause hintereinander; mit der ersten brachte ich kopf und schultern des babys heraus, mit der zweiten den rest, fruchtwasser plätscherte auf die matratze und zwischen meinen knien lag unser kind. erleichterung, freude, tränen auf den wangen des mannes.
das kleine, blutig-glitschige wesen von der matratze aufheben und dabei mehr versehentlich entdecken, dass es statt dem erwarteten mädchen ein junge ist. erster gedanke: äh..?!; zweiter gedanke: ein junge! mein junge! unser junge!
sein gesicht: geschwollen und zerknautscht aber unfassbar niedlich. diese nase! ihn auf meine brust legen, seinen kopf küssen und liebkosen. ihn begrüßen, seinem leisen gurgeln und fiepen zuhören. vom mann und der hebamme in wärmende decken und handtücher gehüllt werden, etwas zu trinken angereicht bekommen. durch die geöffneten balkontüren weht eine leichte brise lauwarmer sommerabendluft durch unser wohnzimmer.
mit dem kleinen menschen sprechen, ihn streicheln, den mann küssen. das baby quietscht und schnüffelt und versucht, seine geschwollenen augenlider zu öffnen. aus millimeterschmalen schlitzen blinzeln mich dunkle augen an. suchend, fragend, warm. nicht mitkriegen, wie die zeit vergeht, wie der mann und die hebamme im hintergrund die schmutzigen vliesunterlagen wegräumen und die hebamme die geburtsbescheinigung ausfüllt. der mann macht ein paar fotos und beginnt dann, den zuvor angestzten naanteig zu fladen zu backen für meine mitternächtliche stärkung. irgendwann fängt der neue kleine mensch an, auf seiner faust herumzukauen und zu schmatzen. ich lege ihn zum ersten mal zum stillen an. zwischen meinen oberschenkeln pulsiert noch ganz leise die nabelschnur. alles ist wunderbar.
ich habe den geburtsverlauf ohnehin bis kurz vor einsetzen der austreibungsphase live getwittert und und fotos von der geburt geflickrt; es war schön, so viel zu von diesem besonderen tag zu teilen. mein kind wurde geboren und ihr wart dabei; ihr menschen aus diesem merkwürdigen internet, ihr fremden, ihr freunde, die ich noch nie persönlich getroffen habe, ihr anonymen geschenke-schicker, ihr inspirierer. es war eine schöne möglichkeit, einen weiteren höhepunkt dieses merkwürdigen lebens, das ihr hier seit jahren schon mitlest, mit euch zu teilen und zu feiern. danke, dass ihr dabei wart.
der minutengenaue ablauf und irgendwelche zahlen darüber, wie weit der muttermund zu welcher uhrzeit geöffnet war - wen interessiert das denn bitte. in meiner erinnerung spielen andere momente die deutlich größere rolle.
für den schmerzhaften teil der geburt, insbesondere für die presswehen (die ich auch diesmal vollkommen unbetäubt erleben durfte, denn bei einer hausgeburt ist natürlich keine pda oder betäubung anderer art möglich) gilt, was ich schon nach der geburt des größeren sohns schrieb, und nach der geburt des kleinen sohns dann in diese empörten worte fasste: die körperliche erinnerung an diese unfassbaren, apokalyptischen schmerzen, die körperlich nachvollziehbare reproduzierbarkeit des gefühls, einen kleinen menschen aus sich herauszupressen, war bereits wenige minuten nach der geburt verblasst. sauerei. wo ich mir doch diesmal fest vorgenommen hatte, mir den schmerz diesmal besonders gut zu merken, um der versuchung, ein drittes kind zu bekommen, mit dem wissen entgehen zu können, dass ich DAS ganz sicher nicht nochmal durchleben will.
kaum ein paar momente zuvor kniete ich noch fluchend auf der matratze, die unterarme auf einen stuhl gestützt. bei jeder presswehe gab ich ein irrsinnig tiefes und - wie ich dachte - lautes, animalisches knurren von mir; eines von der sorte wie man es aus exorzismus- filmen kennt. es hätte mich nicht gewundert, wenn ich irgendwann angefangen hätte, dämonische verse in irgendeiner uralten biblischen sprache auszuspucken. dieses knurren: ein geräusch, dass man definitiv nicht nachahmen kann, wenn man keine presswehen hat. ein ausdruck ungeheurer kraft, und trotzdem jagte es mir ein wenig angst ein, dass solche geräusche aus mir rauskommen. ein knurren, über das der mann zu meiner großen verblüffung später sagte: "das war ein sehr schönes geräusch" und von dem die nachbarn rein gar nichts mitbekommen hatten; sie reagierten sehr überrascht auf die nachricht, dass das kind jetzt da sei. unter jeder wehe rannte mir der schweiß nur so übers gesicht; in jeder wehenpause hing ich vollkommen fertig und fluchend über dem stuhl.
irgendwann dieser absurde moment, als der kopf des babys schon zu sehen und zu tasten war; als es selbigen bewegte, mich damit kitzelte und ich belustigt kichern musste.
der mann stellte teelichte auf. nur wenig später dann zwei presswehen ohne pause hintereinander; mit der ersten brachte ich kopf und schultern des babys heraus, mit der zweiten den rest, fruchtwasser plätscherte auf die matratze und zwischen meinen knien lag unser kind. erleichterung, freude, tränen auf den wangen des mannes.
das kleine, blutig-glitschige wesen von der matratze aufheben und dabei mehr versehentlich entdecken, dass es statt dem erwarteten mädchen ein junge ist. erster gedanke: äh..?!; zweiter gedanke: ein junge! mein junge! unser junge!
sein gesicht: geschwollen und zerknautscht aber unfassbar niedlich. diese nase! ihn auf meine brust legen, seinen kopf küssen und liebkosen. ihn begrüßen, seinem leisen gurgeln und fiepen zuhören. vom mann und der hebamme in wärmende decken und handtücher gehüllt werden, etwas zu trinken angereicht bekommen. durch die geöffneten balkontüren weht eine leichte brise lauwarmer sommerabendluft durch unser wohnzimmer.
mit dem kleinen menschen sprechen, ihn streicheln, den mann küssen. das baby quietscht und schnüffelt und versucht, seine geschwollenen augenlider zu öffnen. aus millimeterschmalen schlitzen blinzeln mich dunkle augen an. suchend, fragend, warm. nicht mitkriegen, wie die zeit vergeht, wie der mann und die hebamme im hintergrund die schmutzigen vliesunterlagen wegräumen und die hebamme die geburtsbescheinigung ausfüllt. der mann macht ein paar fotos und beginnt dann, den zuvor angestzten naanteig zu fladen zu backen für meine mitternächtliche stärkung. irgendwann fängt der neue kleine mensch an, auf seiner faust herumzukauen und zu schmatzen. ich lege ihn zum ersten mal zum stillen an. zwischen meinen oberschenkeln pulsiert noch ganz leise die nabelschnur. alles ist wunderbar.
Dienstag, 29. Juni 2010
Samstag, 26. Juni 2010
Mittwoch, 23. Juni 2010
kommunikation mit andern bei ET+9.
meine mutter am telefon so: "UND? isses schon unterwegs?!" - und ich so: "stör mich nicht, ich muss pressen, MUTTER!!"
der rentner auf seinem elektrofahrrad so: "do drübe isch de fuußwääg!" - und ich so: "UND DA HINTEN IST DER FRIEDHOF!!".
***
der rentner auf seinem elektrofahrrad so: "do drübe isch de fuußwääg!" - und ich so: "UND DA HINTEN IST DER FRIEDHOF!!".
***
ich so, in der apotheke: "rizinusöl!" - und die apothekerin so: "oooookaaaayyyy! yeaaaaaaah!". (und nein, ich habe nicht vor, das demnächst anzuwenden. ist zu früh noch. ich kann schon noch ein bisschen, auch wenn ich nicht mehr will. und so lange es keinen grund gibt, sich um das baby zu sorgen, wartet man auf unserer seite des kinderkrieg- universums auch mal länger als 14 tage, bis man anfängt, von außen nachzuhelfen. ich stell das nur mal auf den nachttisch, so als drohung.)
der gynäkologe nach der verkündung des eher frustrierenden untersuchungsergebnisses so: "lassen sie sich für kommenden montag nochmal einen termin geben." - und ich so: "hmpf." - und er so: "bei den damen an der anmeldung liegen auch bonbons aus, nehmen sie sich eins.".
***
der gynäkologe nach der verkündung des eher frustrierenden untersuchungsergebnisses so: "lassen sie sich für kommenden montag nochmal einen termin geben." - und ich so: "hmpf." - und er so: "bei den damen an der anmeldung liegen auch bonbons aus, nehmen sie sich eins.".
Samstag, 19. Juni 2010
damn.
soeben stelle ich fest, dass meine blog-emailadresse wohl irgendwann ihren dienst quittiert hat - oder mein mailprogramm entschieden hat, mails, die an diese adresse geschickt wurden, einfach nicht mehr an mich weiterzuleiten. ich überfliege 1765 emails aus dem letzten jahr, von denen etwa jede 20ste eine total nette mail von einem meiner leser ist. keine dieser mails hab ich beantwortet, weil ich von keiner dieser mails was mitbekommen habe. angesichts des hohen nettigkeitsgrades ihres inhalts doppelt ärgerlich.
ich habe die mailadresse jetzt einfach geändert; damit sollten mich eure mails zukünftig zuverlässig erreichen. nach und nach werde ich versuchen, die verpassten mails nachträglich zu beantworten.
soeben stelle ich fest, dass meine blog-emailadresse wohl irgendwann ihren dienst quittiert hat - oder mein mailprogramm entschieden hat, mails, die an diese adresse geschickt wurden, einfach nicht mehr an mich weiterzuleiten. ich überfliege 1765 emails aus dem letzten jahr, von denen etwa jede 20ste eine total nette mail von einem meiner leser ist. keine dieser mails hab ich beantwortet, weil ich von keiner dieser mails was mitbekommen habe. angesichts des hohen nettigkeitsgrades ihres inhalts doppelt ärgerlich.
ich habe die mailadresse jetzt einfach geändert; damit sollten mich eure mails zukünftig zuverlässig erreichen. nach und nach werde ich versuchen, die verpassten mails nachträglich zu beantworten.
Freitag, 18. Juni 2010
auf einem blatt papier, das in der küche liegt, will ich seit wochen dinge für die freundin aufschreiben, die zur geburt kommen wird, um sich um max zu kümmern, wenn er es braucht. das einzige, das mir bisher da draufzuschreiben einfiel, ist symptomatischerweise unser w-lan-zugang.
***
***
die tägliche einkaufsroute, üblicherweise ein kleiner spaziergang ins benachbarte wohnviertel und dort eine kleine runde: bäcker (butterbrezel für den sohn); eventuell post (bestellungen abschicken); spargel- und erdbeerenstand, vorplatz des kulturzentrums (andere mütter treffen, das kind ein paar runden mit den anderen kids spielen lassen); bioladen; bei gutem wetter anschließend noch eine stunde spielplatz. diese einkaufsroute dauerte heute statt der üblichen anderthalb knappe drei stunden. weil jeder schritt weh tut und alle 100 meter die luft knapp wird. stehenbleiben, wehen veratmen, luft holen, weitereiern. drei stunden für eine brezel, ein brot, schwarze pfefferkörner, baklava, eine 5-kilo-melone, 2 sorten käse, espressobohnen, cashewmus und eine halbe stunde begummistiefeltes kinderspiel in leichtem regen zwischen dem sohn und seinem kleinen kumpel. zuhause den kinderwagen samt kind und wassermelone in den keller wuchten und dann kind und einkäufe zwei stockwerke weiter nach oben bugsieren; oben ankommen, rucksack absetzen, wehen veratmen, kind ausziehen, einkäufe verräumen.
***
das entsetzen der (vermutlich kinderlosen) verkäuferinnen und wildfremden anderen frauen, die mir während des einkaufs begegnen: warum um alles in der welt ich denn noch dass haus verließe, IN MEINEM ZUSTAND??!; merkwürdig ungläubiges staunen, wenn ich antworte, das kind wolle schließlich nicht den ganzen tag in der wohnung hocken und irgendwas essen müssten wir ja auch, was ja auch von irgendwem dann herangeschafft werden muss. ob die einen trick kennen, mit dem man ab dem errechneten geburtstermin ohne nahrung und frische luft auskommt?
***
und dann dauert es immer noch einen tag länger und noch einen. abends schwanger einschlafen, nachts bei jedem mal umdrehen schmerzhaft wachwerden, morgens wieder schwanger aufwachen. und täglich grüßt das murmeltier. weiter zeit vertreiben, weiter versuchen, mir mit der warterei nicht selbst auf die nerven zu gehen.
Mittwoch, 9. Juni 2010
irgendwann beginnt man zu ahnen, dass aus dieser bizarren vorstellung, demnächst zwei kinder zu haben; zu viert zu sein; mehr als "nur" ein paar mit einem kind zu sein; eine "richtige" familie zu werden, tatsächlich bald realität werden wird. eine wieder neue, wieder andere realität. schmerzende anstregnung und erschöpfung mischt sich mit spannung und vorfreude. auf dem fensterbrett steht unter einer dünnen fahne aus weihrauch ein engel aus jade, während draußen im halbdunkel der ersehnte sommerabendregen die straßen dampfend und die luft würzig macht. alles ist vorbereitet.
Freitag, 4. Juni 2010
Freitag, 28. Mai 2010
das stadium der schwangerschaft, ab dem man sich am liebsten nicht mehr wiegen möchte, weil da zahlen auf der waage sind, die man definitiv nicht sehen wollte. das stadium der schwangerschaft, in dem dann plötzlich doch wassereinlagerungen auftreten. in dem sich die kindsbewegungen anfühlen, als würde dem baby der platz langsam wirklich eng; als würden bei jeder kindsbewegung alle meine organe irgendwoandershin geschoben.
Mittwoch, 26. Mai 2010
nestbautrieb: i haz it. wieviele schichten farbe so eine rauhfasertapete wohl aushält, bis sie sich unter dem gewicht der farbe von der wand schält? vor einigen wochen schon habe ich möbel umgestellt, bohrlöcher aufgefüllt und überstrichen und eine wand, die pinkfarbene wand, vor der bisher mein regal stand, hellgrau gestrichen. in zukunft wird mein bett davor stehen.
als ich mit dem wunsch, einen eimer hellgraue wandfarbe angemischt bekommen zu wollen, im baumarkt stand, reagierte die zuständige mitarbeiterin leicht entsetzt: grau? für innen?! sieht aber ziemlich super aus, vor allem, wenn man darauf weiße regale und eine weiße leselampe montiert und ein (noch zu kaufendes) weißes bett mit weißer bettwäsche davor stellt. solange ich denken kann, ist mein idealbild von einer schön eingerichteten wohnung eins, in dem weiß dominiert; dursetzt von akzenten aus kräftigem, mitteldunklem holz (walnuss, olivenbaum) und aufgelockert durch ein paar wenige, vielleicht dunkelrote oder petrolfarbene farbtupfer. und vor allem ist in diesem idealbild alles relativ leer, viel fußleiste, viel freie bodenfläche, viel freie wand.
solange ich denken kann, wird aber auch alles, was ich anfasse, bunt. sehr bunt. und immer irgendwie voll und üppig und ein bisschen chaotisch. in der letzten schwangerschaft musste alles in meinem zimmer in weiß, petrol und pink perfekt aufeinander abgestimmt werden; die hurra- atome, die meinen körper in dieser schwangerschaft bevölkern, drängen nach weiß und grau. schrittweise annäherung.

als ich mit dem wunsch, einen eimer hellgraue wandfarbe angemischt bekommen zu wollen, im baumarkt stand, reagierte die zuständige mitarbeiterin leicht entsetzt: grau? für innen?! sieht aber ziemlich super aus, vor allem, wenn man darauf weiße regale und eine weiße leselampe montiert und ein (noch zu kaufendes) weißes bett mit weißer bettwäsche davor stellt. solange ich denken kann, ist mein idealbild von einer schön eingerichteten wohnung eins, in dem weiß dominiert; dursetzt von akzenten aus kräftigem, mitteldunklem holz (walnuss, olivenbaum) und aufgelockert durch ein paar wenige, vielleicht dunkelrote oder petrolfarbene farbtupfer. und vor allem ist in diesem idealbild alles relativ leer, viel fußleiste, viel freie bodenfläche, viel freie wand.
solange ich denken kann, wird aber auch alles, was ich anfasse, bunt. sehr bunt. und immer irgendwie voll und üppig und ein bisschen chaotisch. in der letzten schwangerschaft musste alles in meinem zimmer in weiß, petrol und pink perfekt aufeinander abgestimmt werden; die hurra- atome, die meinen körper in dieser schwangerschaft bevölkern, drängen nach weiß und grau. schrittweise annäherung.
und jetzt, einige wochen später setzt auch endlich der zweite nestbautrieb- schub ein. nächstes wochenende wird der man gezwungen, den zimmertausch, zu dem er abeitsbedingt schon seit vielen wochen nicht kommt, durchzuziehen. dann: das neue kinderzimmer einrichten, babyklamotten sortieren und überall alles ordentlich und hübsch machen. damit das baby nicht gleich wieder auf dem absatz kehrt macht, wenn es ankommt. dauert ja nicht mehr lange.
Samstag, 22. Mai 2010
Dienstag, 18. Mai 2010
Donnerstag, 13. Mai 2010
das stadium der schwangerschaft, in dem ich anfange, platzangst zu kriegen in diesem körper. in diesem monstrum von körper. ich beneide die frauen ein bisschen, die sagen, sie hätten sich niemals wieder so schön gefühlt, wie während der schwangerschaft. ich fühle mich aufgebläht, riesig, unförmig, entstellt.
Samstag, 8. Mai 2010
das erste wochenende seit drei oder vier wochen, an dem der mann nicht mindestens einen tag arbeiten muss.
wir verabreden uns mit einer freundin und ihren beiden kindern auf einem flohmarkt. ich kaufe eine große tüte duplosteine für den sohn und einen alten lehrwebrahmen aus den 70ern für mich. der mann fährt mit meinem mountainbike den kinderfahrradanhänger abholen, den ich mitte der woche gekauft habe. von einem teil des geldes, das ich mit meinem kleinen unternehmen verdient habe. ich bin stolz darauf, die anschaffung dieses dings inklusive allem schnickschnack und zubehör plus beleuchtung und schloss und nochmal plus ständer und beleuchtung für mein mountainbike komplett und relativ locker aus meinen einnahmen bestreiten zu können.
und ich freue mich sehr an der freude des mannes, der den anhänger total cool findet und es kaum abwarten kann, mit dem kind erste ausflüge darin zu machen.
nur das kind freut sich nicht so sehr. das ding an sich, das angeschnallt sein, die komische fahrposition hinter papa, das tempo: alles ungewohnt und wohl ein bisschen beängstigend. gewöhnungssache, hoffe ich.
wir essen beim inder zu mittag, probieren uns durch zwei verschiedene thaliplatten.
leckerlecker.
der nachmittag besteht aus viel schlaf für mann und kind und ein bisschen ruhig danebensitzen und stricken für mich. beim abendessen jaule ich unter einer weiteren dieser dämlichen senkwehen laut auf und halte meinen bauch; das kind lacht, klatscht fröhlich in die hände und ruft "beeejbiii!". beschrei's nicht, sag ich. ist zu früh noch.
wir verabreden uns mit einer freundin und ihren beiden kindern auf einem flohmarkt. ich kaufe eine große tüte duplosteine für den sohn und einen alten lehrwebrahmen aus den 70ern für mich. der mann fährt mit meinem mountainbike den kinderfahrradanhänger abholen, den ich mitte der woche gekauft habe. von einem teil des geldes, das ich mit meinem kleinen unternehmen verdient habe. ich bin stolz darauf, die anschaffung dieses dings inklusive allem schnickschnack und zubehör plus beleuchtung und schloss und nochmal plus ständer und beleuchtung für mein mountainbike komplett und relativ locker aus meinen einnahmen bestreiten zu können.
und ich freue mich sehr an der freude des mannes, der den anhänger total cool findet und es kaum abwarten kann, mit dem kind erste ausflüge darin zu machen.
nur das kind freut sich nicht so sehr. das ding an sich, das angeschnallt sein, die komische fahrposition hinter papa, das tempo: alles ungewohnt und wohl ein bisschen beängstigend. gewöhnungssache, hoffe ich.
wir essen beim inder zu mittag, probieren uns durch zwei verschiedene thaliplatten.
leckerlecker.
der nachmittag besteht aus viel schlaf für mann und kind und ein bisschen ruhig danebensitzen und stricken für mich. beim abendessen jaule ich unter einer weiteren dieser dämlichen senkwehen laut auf und halte meinen bauch; das kind lacht, klatscht fröhlich in die hände und ruft "beeejbiii!". beschrei's nicht, sag ich. ist zu früh noch.
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