Dienstag, 29. Juni 2010
Samstag, 26. Juni 2010
Mittwoch, 23. Juni 2010
kommunikation mit andern bei ET+9.
meine mutter am telefon so: "UND? isses schon unterwegs?!" - und ich so: "stör mich nicht, ich muss pressen, MUTTER!!"
der rentner auf seinem elektrofahrrad so: "do drübe isch de fuußwääg!" - und ich so: "UND DA HINTEN IST DER FRIEDHOF!!".
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der rentner auf seinem elektrofahrrad so: "do drübe isch de fuußwääg!" - und ich so: "UND DA HINTEN IST DER FRIEDHOF!!".
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ich so, in der apotheke: "rizinusöl!" - und die apothekerin so: "oooookaaaayyyy! yeaaaaaaah!". (und nein, ich habe nicht vor, das demnächst anzuwenden. ist zu früh noch. ich kann schon noch ein bisschen, auch wenn ich nicht mehr will. und so lange es keinen grund gibt, sich um das baby zu sorgen, wartet man auf unserer seite des kinderkrieg- universums auch mal länger als 14 tage, bis man anfängt, von außen nachzuhelfen. ich stell das nur mal auf den nachttisch, so als drohung.)
der gynäkologe nach der verkündung des eher frustrierenden untersuchungsergebnisses so: "lassen sie sich für kommenden montag nochmal einen termin geben." - und ich so: "hmpf." - und er so: "bei den damen an der anmeldung liegen auch bonbons aus, nehmen sie sich eins.".
***
der gynäkologe nach der verkündung des eher frustrierenden untersuchungsergebnisses so: "lassen sie sich für kommenden montag nochmal einen termin geben." - und ich so: "hmpf." - und er so: "bei den damen an der anmeldung liegen auch bonbons aus, nehmen sie sich eins.".
Samstag, 19. Juni 2010
damn.
soeben stelle ich fest, dass meine blog-emailadresse wohl irgendwann ihren dienst quittiert hat - oder mein mailprogramm entschieden hat, mails, die an diese adresse geschickt wurden, einfach nicht mehr an mich weiterzuleiten. ich überfliege 1765 emails aus dem letzten jahr, von denen etwa jede 20ste eine total nette mail von einem meiner leser ist. keine dieser mails hab ich beantwortet, weil ich von keiner dieser mails was mitbekommen habe. angesichts des hohen nettigkeitsgrades ihres inhalts doppelt ärgerlich.
ich habe die mailadresse jetzt einfach geändert; damit sollten mich eure mails zukünftig zuverlässig erreichen. nach und nach werde ich versuchen, die verpassten mails nachträglich zu beantworten.
soeben stelle ich fest, dass meine blog-emailadresse wohl irgendwann ihren dienst quittiert hat - oder mein mailprogramm entschieden hat, mails, die an diese adresse geschickt wurden, einfach nicht mehr an mich weiterzuleiten. ich überfliege 1765 emails aus dem letzten jahr, von denen etwa jede 20ste eine total nette mail von einem meiner leser ist. keine dieser mails hab ich beantwortet, weil ich von keiner dieser mails was mitbekommen habe. angesichts des hohen nettigkeitsgrades ihres inhalts doppelt ärgerlich.
ich habe die mailadresse jetzt einfach geändert; damit sollten mich eure mails zukünftig zuverlässig erreichen. nach und nach werde ich versuchen, die verpassten mails nachträglich zu beantworten.
Freitag, 18. Juni 2010
auf einem blatt papier, das in der küche liegt, will ich seit wochen dinge für die freundin aufschreiben, die zur geburt kommen wird, um sich um max zu kümmern, wenn er es braucht. das einzige, das mir bisher da draufzuschreiben einfiel, ist symptomatischerweise unser w-lan-zugang.
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die tägliche einkaufsroute, üblicherweise ein kleiner spaziergang ins benachbarte wohnviertel und dort eine kleine runde: bäcker (butterbrezel für den sohn); eventuell post (bestellungen abschicken); spargel- und erdbeerenstand, vorplatz des kulturzentrums (andere mütter treffen, das kind ein paar runden mit den anderen kids spielen lassen); bioladen; bei gutem wetter anschließend noch eine stunde spielplatz. diese einkaufsroute dauerte heute statt der üblichen anderthalb knappe drei stunden. weil jeder schritt weh tut und alle 100 meter die luft knapp wird. stehenbleiben, wehen veratmen, luft holen, weitereiern. drei stunden für eine brezel, ein brot, schwarze pfefferkörner, baklava, eine 5-kilo-melone, 2 sorten käse, espressobohnen, cashewmus und eine halbe stunde begummistiefeltes kinderspiel in leichtem regen zwischen dem sohn und seinem kleinen kumpel. zuhause den kinderwagen samt kind und wassermelone in den keller wuchten und dann kind und einkäufe zwei stockwerke weiter nach oben bugsieren; oben ankommen, rucksack absetzen, wehen veratmen, kind ausziehen, einkäufe verräumen.
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das entsetzen der (vermutlich kinderlosen) verkäuferinnen und wildfremden anderen frauen, die mir während des einkaufs begegnen: warum um alles in der welt ich denn noch dass haus verließe, IN MEINEM ZUSTAND??!; merkwürdig ungläubiges staunen, wenn ich antworte, das kind wolle schließlich nicht den ganzen tag in der wohnung hocken und irgendwas essen müssten wir ja auch, was ja auch von irgendwem dann herangeschafft werden muss. ob die einen trick kennen, mit dem man ab dem errechneten geburtstermin ohne nahrung und frische luft auskommt?
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und dann dauert es immer noch einen tag länger und noch einen. abends schwanger einschlafen, nachts bei jedem mal umdrehen schmerzhaft wachwerden, morgens wieder schwanger aufwachen. und täglich grüßt das murmeltier. weiter zeit vertreiben, weiter versuchen, mir mit der warterei nicht selbst auf die nerven zu gehen.
Mittwoch, 9. Juni 2010
irgendwann beginnt man zu ahnen, dass aus dieser bizarren vorstellung, demnächst zwei kinder zu haben; zu viert zu sein; mehr als "nur" ein paar mit einem kind zu sein; eine "richtige" familie zu werden, tatsächlich bald realität werden wird. eine wieder neue, wieder andere realität. schmerzende anstregnung und erschöpfung mischt sich mit spannung und vorfreude. auf dem fensterbrett steht unter einer dünnen fahne aus weihrauch ein engel aus jade, während draußen im halbdunkel der ersehnte sommerabendregen die straßen dampfend und die luft würzig macht. alles ist vorbereitet.
Freitag, 4. Juni 2010
Freitag, 28. Mai 2010
das stadium der schwangerschaft, ab dem man sich am liebsten nicht mehr wiegen möchte, weil da zahlen auf der waage sind, die man definitiv nicht sehen wollte. das stadium der schwangerschaft, in dem dann plötzlich doch wassereinlagerungen auftreten. in dem sich die kindsbewegungen anfühlen, als würde dem baby der platz langsam wirklich eng; als würden bei jeder kindsbewegung alle meine organe irgendwoandershin geschoben.
Mittwoch, 26. Mai 2010
nestbautrieb: i haz it. wieviele schichten farbe so eine rauhfasertapete wohl aushält, bis sie sich unter dem gewicht der farbe von der wand schält? vor einigen wochen schon habe ich möbel umgestellt, bohrlöcher aufgefüllt und überstrichen und eine wand, die pinkfarbene wand, vor der bisher mein regal stand, hellgrau gestrichen. in zukunft wird mein bett davor stehen.
als ich mit dem wunsch, einen eimer hellgraue wandfarbe angemischt bekommen zu wollen, im baumarkt stand, reagierte die zuständige mitarbeiterin leicht entsetzt: grau? für innen?! sieht aber ziemlich super aus, vor allem, wenn man darauf weiße regale und eine weiße leselampe montiert und ein (noch zu kaufendes) weißes bett mit weißer bettwäsche davor stellt. solange ich denken kann, ist mein idealbild von einer schön eingerichteten wohnung eins, in dem weiß dominiert; dursetzt von akzenten aus kräftigem, mitteldunklem holz (walnuss, olivenbaum) und aufgelockert durch ein paar wenige, vielleicht dunkelrote oder petrolfarbene farbtupfer. und vor allem ist in diesem idealbild alles relativ leer, viel fußleiste, viel freie bodenfläche, viel freie wand.
solange ich denken kann, wird aber auch alles, was ich anfasse, bunt. sehr bunt. und immer irgendwie voll und üppig und ein bisschen chaotisch. in der letzten schwangerschaft musste alles in meinem zimmer in weiß, petrol und pink perfekt aufeinander abgestimmt werden; die hurra- atome, die meinen körper in dieser schwangerschaft bevölkern, drängen nach weiß und grau. schrittweise annäherung.

als ich mit dem wunsch, einen eimer hellgraue wandfarbe angemischt bekommen zu wollen, im baumarkt stand, reagierte die zuständige mitarbeiterin leicht entsetzt: grau? für innen?! sieht aber ziemlich super aus, vor allem, wenn man darauf weiße regale und eine weiße leselampe montiert und ein (noch zu kaufendes) weißes bett mit weißer bettwäsche davor stellt. solange ich denken kann, ist mein idealbild von einer schön eingerichteten wohnung eins, in dem weiß dominiert; dursetzt von akzenten aus kräftigem, mitteldunklem holz (walnuss, olivenbaum) und aufgelockert durch ein paar wenige, vielleicht dunkelrote oder petrolfarbene farbtupfer. und vor allem ist in diesem idealbild alles relativ leer, viel fußleiste, viel freie bodenfläche, viel freie wand.
solange ich denken kann, wird aber auch alles, was ich anfasse, bunt. sehr bunt. und immer irgendwie voll und üppig und ein bisschen chaotisch. in der letzten schwangerschaft musste alles in meinem zimmer in weiß, petrol und pink perfekt aufeinander abgestimmt werden; die hurra- atome, die meinen körper in dieser schwangerschaft bevölkern, drängen nach weiß und grau. schrittweise annäherung.
und jetzt, einige wochen später setzt auch endlich der zweite nestbautrieb- schub ein. nächstes wochenende wird der man gezwungen, den zimmertausch, zu dem er abeitsbedingt schon seit vielen wochen nicht kommt, durchzuziehen. dann: das neue kinderzimmer einrichten, babyklamotten sortieren und überall alles ordentlich und hübsch machen. damit das baby nicht gleich wieder auf dem absatz kehrt macht, wenn es ankommt. dauert ja nicht mehr lange.
Samstag, 22. Mai 2010
Dienstag, 18. Mai 2010
Donnerstag, 13. Mai 2010
das stadium der schwangerschaft, in dem ich anfange, platzangst zu kriegen in diesem körper. in diesem monstrum von körper. ich beneide die frauen ein bisschen, die sagen, sie hätten sich niemals wieder so schön gefühlt, wie während der schwangerschaft. ich fühle mich aufgebläht, riesig, unförmig, entstellt.
Samstag, 8. Mai 2010
das erste wochenende seit drei oder vier wochen, an dem der mann nicht mindestens einen tag arbeiten muss.
wir verabreden uns mit einer freundin und ihren beiden kindern auf einem flohmarkt. ich kaufe eine große tüte duplosteine für den sohn und einen alten lehrwebrahmen aus den 70ern für mich. der mann fährt mit meinem mountainbike den kinderfahrradanhänger abholen, den ich mitte der woche gekauft habe. von einem teil des geldes, das ich mit meinem kleinen unternehmen verdient habe. ich bin stolz darauf, die anschaffung dieses dings inklusive allem schnickschnack und zubehör plus beleuchtung und schloss und nochmal plus ständer und beleuchtung für mein mountainbike komplett und relativ locker aus meinen einnahmen bestreiten zu können.
und ich freue mich sehr an der freude des mannes, der den anhänger total cool findet und es kaum abwarten kann, mit dem kind erste ausflüge darin zu machen.
nur das kind freut sich nicht so sehr. das ding an sich, das angeschnallt sein, die komische fahrposition hinter papa, das tempo: alles ungewohnt und wohl ein bisschen beängstigend. gewöhnungssache, hoffe ich.
wir essen beim inder zu mittag, probieren uns durch zwei verschiedene thaliplatten.
leckerlecker.
der nachmittag besteht aus viel schlaf für mann und kind und ein bisschen ruhig danebensitzen und stricken für mich. beim abendessen jaule ich unter einer weiteren dieser dämlichen senkwehen laut auf und halte meinen bauch; das kind lacht, klatscht fröhlich in die hände und ruft "beeejbiii!". beschrei's nicht, sag ich. ist zu früh noch.
wir verabreden uns mit einer freundin und ihren beiden kindern auf einem flohmarkt. ich kaufe eine große tüte duplosteine für den sohn und einen alten lehrwebrahmen aus den 70ern für mich. der mann fährt mit meinem mountainbike den kinderfahrradanhänger abholen, den ich mitte der woche gekauft habe. von einem teil des geldes, das ich mit meinem kleinen unternehmen verdient habe. ich bin stolz darauf, die anschaffung dieses dings inklusive allem schnickschnack und zubehör plus beleuchtung und schloss und nochmal plus ständer und beleuchtung für mein mountainbike komplett und relativ locker aus meinen einnahmen bestreiten zu können.
und ich freue mich sehr an der freude des mannes, der den anhänger total cool findet und es kaum abwarten kann, mit dem kind erste ausflüge darin zu machen.
nur das kind freut sich nicht so sehr. das ding an sich, das angeschnallt sein, die komische fahrposition hinter papa, das tempo: alles ungewohnt und wohl ein bisschen beängstigend. gewöhnungssache, hoffe ich.
wir essen beim inder zu mittag, probieren uns durch zwei verschiedene thaliplatten.
leckerlecker.
der nachmittag besteht aus viel schlaf für mann und kind und ein bisschen ruhig danebensitzen und stricken für mich. beim abendessen jaule ich unter einer weiteren dieser dämlichen senkwehen laut auf und halte meinen bauch; das kind lacht, klatscht fröhlich in die hände und ruft "beeejbiii!". beschrei's nicht, sag ich. ist zu früh noch.
Donnerstag, 29. April 2010
ich verliere ein wenig die orientierung zwischen all diesen tagen. der mann wird jede minute, die er nicht zwingend schlafen muss, im büro festgehalten. frühstückt nicht, lässt mittagspausen ausfallen, kommt selten vor 21 uhr nach hause. zuletzt, von gestern auf heute nämlich, 24 stunden am stück. er ging gestern früh um halb acht und kam heute morgen um die gleiche zeit wieder; wir telefonierten nachts um eins und früh morgens um fünf. jetzt schläft er, in weniger als zwei stunden muss er wieder zur arbeit erscheinen, wer weiß, wie lange diesmal.
ich bin wütend auf seinen vorgestzten, rasend vor wut, ich kann gar nicht so viel nähen, staubsaugen, putzen, geschirr spülen, wie ich wütend bin. aber das projekt muss ja schließlich fertig werden, jaja.
für mich heißt das in summe vor allem eins: durchhalten. wenn es gerade hell ist, mache ich irgendwas, wenn es dunkel ist, versuche ich zu schlafen (sodbrennen, irgendwelche schmerzen in der hüfte, ein unruhiges kind neben mir).
arbeiten, vorwehen aussitzen. aufräumen,kind wickeln, vorwehen aussitzen. staubsaugen, vorwehen aussitzen. brotteig ansetzen, kochen, spülmaschine ausräumen, vorwehen aussitzen. einkaufen gehen, mit dem kind auf den spielplatz, vorwehen ignorieren. versuchen, die schönen momente auszukosten und die blöden, die mit den tobsüchtigen trotzanfällen des kindes, gleich wieder zu vergessen.tief durchatmen, geduldig sein, durchhalten.
ich bin wütend auf seinen vorgestzten, rasend vor wut, ich kann gar nicht so viel nähen, staubsaugen, putzen, geschirr spülen, wie ich wütend bin. aber das projekt muss ja schließlich fertig werden, jaja.
für mich heißt das in summe vor allem eins: durchhalten. wenn es gerade hell ist, mache ich irgendwas, wenn es dunkel ist, versuche ich zu schlafen (sodbrennen, irgendwelche schmerzen in der hüfte, ein unruhiges kind neben mir).
arbeiten, vorwehen aussitzen. aufräumen,kind wickeln, vorwehen aussitzen. staubsaugen, vorwehen aussitzen. brotteig ansetzen, kochen, spülmaschine ausräumen, vorwehen aussitzen. einkaufen gehen, mit dem kind auf den spielplatz, vorwehen ignorieren. versuchen, die schönen momente auszukosten und die blöden, die mit den tobsüchtigen trotzanfällen des kindes, gleich wieder zu vergessen.tief durchatmen, geduldig sein, durchhalten.
Montag, 26. April 2010
weil der sohn musik so liebt, gehe ich montags jetzt mit ihm zum musikgarten. er findet es absolut spitze dort, mir bluten nach dem ende dieser ersten stunde die ohren. erstens kann ich nicht singen; ich glaube, ich habe noch nie in meinem leben auch nur einen ton aus versehen richtig getroffen. zweitens kann ich einfach mit diesen grenzdebilen kinderliedchen nichts anfangen. mehr noch: es rollen sich mir die fußnägel auf dabei, sie treiben mich in den wahnsinn. wir klatschen für die nele NEEELEEE, NEEEELEEEE, NEEEELÄÄÄÄ, wir tippeln für den JOOOONAAAS, JOOOONAAAAS, JOOOOONAAAAS, guten tag! - und dann all diese beknackten singspiele, die alle unbedingt mit gesten begleiten werden müssen. da sitzt man dann da und schaufelt, sägt, lässt käfer krabbeln oder ahmt mit den händen sich durch blätter fräsende ameisenkiefer nach und was all diese beknackten liedchen nicht noch alles verlangen. und das alles begleitet vom unkoordienierten gerassel und geklangstabe und geglöckeliere von 12 kleinen kindern. bis zum nächsten mal werde ich meinen ipod reaktivieren und mir eine playlist zusammenstellen müssen, die mir all das dann auf dem heimweg aus dem kopf pustet. nin, furt, mewithoutyou, irgendwie sowas.
...was mich daran erinnert, dass ich musiktechnisch weitestgehend stehengeblieben bin, seit der sohn da ist. ich brauche dringend neue musik. zum geburtstag wünsche ich mir von allen leuten mit gutem musikgeschmack lauter mix-cds mit neuer musik.
mittagspause ohne den mann. der muss durcharbeiten. zusätzlich zu urlaubssprerre und mehrarbeit.
nachmittags mit dem sohn ein bisschen mittaggeschlafen, dann strickend neben ihm gesessen, während er noch weiterschlief. später lauter quatsch mit ihm gemacht, versteckspiele hinter großen kissen. viel gackeriges, quiekiges kinderlachen. kinder tun so gut.
ein bisschen gearbeitet, zum abendessen ein weiterer von so vielen polizeiruf- sandwiches in den letzten tagen.
...was mich daran erinnert, dass ich musiktechnisch weitestgehend stehengeblieben bin, seit der sohn da ist. ich brauche dringend neue musik. zum geburtstag wünsche ich mir von allen leuten mit gutem musikgeschmack lauter mix-cds mit neuer musik.
mittagspause ohne den mann. der muss durcharbeiten. zusätzlich zu urlaubssprerre und mehrarbeit.
nachmittags mit dem sohn ein bisschen mittaggeschlafen, dann strickend neben ihm gesessen, während er noch weiterschlief. später lauter quatsch mit ihm gemacht, versteckspiele hinter großen kissen. viel gackeriges, quiekiges kinderlachen. kinder tun so gut.
ein bisschen gearbeitet, zum abendessen ein weiterer von so vielen polizeiruf- sandwiches in den letzten tagen.
Sonntag, 25. April 2010
den großteil des tages auf dem balkon verbracht. erst dort gefrühstückt, dann tomatenpflanzen pikiert und eingetopft, den balkon wieder aufgeräumt und sauergemacht. die allerersten kaiserstühler erdbeeren.
die wohnung wieder gartenerdefrei gemacht, den sohn mit dem mann in die wanne gesteckt. abends gnocchiteig von 2 kg kartoffeln gemacht, 2 große lock&lock- dosen eingefroren, den rest mit pilzen, zitronensaft, frühlingszwiebeln, viel bärlauch und ein bisschen parmesan gerade noch pünktlich zum tatort fertigbekommen.
die wohnung wieder gartenerdefrei gemacht, den sohn mit dem mann in die wanne gesteckt. abends gnocchiteig von 2 kg kartoffeln gemacht, 2 große lock&lock- dosen eingefroren, den rest mit pilzen, zitronensaft, frühlingszwiebeln, viel bärlauch und ein bisschen parmesan gerade noch pünktlich zum tatort fertigbekommen.
Samstag, 24. April 2010
samstag, lieblingstag.
um acht in die stadt, auf den münstermarkt, bevor die ganzen touristen aus ihren höhlen kriechen und entspanntes einkaufen unmöglich machen. kartoffeln, frühlingszwiebeln, allererste kaiserstühler erdbeeren, getrocknete maulbeeren und feigen für den sohn. fisch zum grillen. risoni und olivenöl aus dem primo market.
auf dem augustiner- spielplatz ausschließlich befremdlich adrett angezogene kinder reicher eltern in weiß-rot-blauen ralph lauren- ensembles, roséfarbenen lackschühchen, rüschenröckchen und zarten lochstrick-jäckchen.
im alnatura an der kasse hinter der letzten affäre und dessen freundin gestanden und es erst gemerkt, als alle meine sachen schon auf dem band lagen und es für eine freundliche flucht zu spät war. stattdessen freundliches ignorieren.
zuhause wartet ein bisschen arbeit, später gibt es das bisher leckerste balkongrillen dieser noch jungen saison.
und dann der sohn, der immer wieder nach der babypuppe verlangt, die ich ihm genäht habe. versucht, ihr die windel und das mützchen anzuziehen, hochkonzentriert, und dabei übt, das wort "baby" auszusprechen. bejbej. bebej. bjbj. behbih. bibi.
no knead bread nach dem rezept der kaltmamsell: eins der besten brote, das ich bisher gebacken habe. angesichts dieses ergebnisses schäme ich mich fast für den praktisch nicht vorhandenen aufwand, den dieses brot verlangt.
am späteren abend tobt das ungeborene in meinem bauch heftig und lange. leicht geschwollene finger, sodbrennen, angestrengtes atmen. müdigkeit.
um acht in die stadt, auf den münstermarkt, bevor die ganzen touristen aus ihren höhlen kriechen und entspanntes einkaufen unmöglich machen. kartoffeln, frühlingszwiebeln, allererste kaiserstühler erdbeeren, getrocknete maulbeeren und feigen für den sohn. fisch zum grillen. risoni und olivenöl aus dem primo market.
auf dem augustiner- spielplatz ausschließlich befremdlich adrett angezogene kinder reicher eltern in weiß-rot-blauen ralph lauren- ensembles, roséfarbenen lackschühchen, rüschenröckchen und zarten lochstrick-jäckchen.
im alnatura an der kasse hinter der letzten affäre und dessen freundin gestanden und es erst gemerkt, als alle meine sachen schon auf dem band lagen und es für eine freundliche flucht zu spät war. stattdessen freundliches ignorieren.
zuhause wartet ein bisschen arbeit, später gibt es das bisher leckerste balkongrillen dieser noch jungen saison.
und dann der sohn, der immer wieder nach der babypuppe verlangt, die ich ihm genäht habe. versucht, ihr die windel und das mützchen anzuziehen, hochkonzentriert, und dabei übt, das wort "baby" auszusprechen. bejbej. bebej. bjbj. behbih. bibi.
no knead bread nach dem rezept der kaltmamsell: eins der besten brote, das ich bisher gebacken habe. angesichts dieses ergebnisses schäme ich mich fast für den praktisch nicht vorhandenen aufwand, den dieses brot verlangt.
am späteren abend tobt das ungeborene in meinem bauch heftig und lange. leicht geschwollene finger, sodbrennen, angestrengtes atmen. müdigkeit.
Donnerstag, 22. April 2010
der tag beginnt ab 5 uhr mit einem kind, dass sich im viertelstundenrhythmus neben mir aufsetzt, zum fenster zeigt , die vogelgeste macht (daumen und zeigefinger bilden einen vogelschnabel, der sich öffnet und schießt) und dazu wahlweise "kra kra kra" oder "wie wie wie" macht ("piep piep piep" geht noch nicht so gut), je nachdem, welche art vogel es draußen gerade hört oder sieht. ein paarmal lässt es sich noch zum weiterruhen überreden; um 20 vor 6 steigt es dann aber aus meinem bett und kommt in actionlaune.
die spielgruppen- mütter und -kinder treffen sich vor dem kulturhaus, es ist schönes wetter, wir gehen auf den spielplatz. c. hat mir einen beutel schwangerschaftsklamotten mitgebracht, die andere c. bietet mir fahrdienste an, p. will uns den zwillingsbuggy, den wir von ihr bekommen, demnächst mit dem auto vorbeibringen. ich fühle mich prima gepampert.
danach in die stadt. einkaufen im bio- supermarkt; immer noch auf der suche nach guten nussriegeln. gibt's hier irgendwie nicht, besteht immer alles nur aus durch karamell zusammengepappten nussbruch. mann, ey.
lunch mit caro. zum ersten mal vergesse ich nicht, meinen teller zu fotografieren, so lange er noch nicht leergegessen ist. caro und max und die fische. überhaupt: caro und max. das solltet ihr mal sehen!
nach hause, erschöpft, vorwehen, müdigkeit. eine stunde schlafen mit dem sohn, der natürlich wieder in bester nazgul-manier schreiend aufwacht. und zetert und tobt und kreischt, seine fersen wütend in die matratze schlägt, fordernd hierhin und befehlend dorthin zeigt, aber nichts von alldem will, was ich ihm anbiete, die wasserflasche verhaut er, das apfelstück pfeffert er in die ecke, kreischt, trampelt, kreischt noch eine tonlage höher, der teddybär ist auch blöd und das sonst so geliebte katzenbuch hat's auch nicht besser verdient. ich will ihn in den arm nehmen, er wehrt sich, strampelt gegen meinen bauch, kreischt in mein ohr. "schreib doch ans jugendamt!" herrsche ich ihn an; seit die schwangerschaft angefangen hat, anstrengend zu werden, fehlt mir in solchen momenten manchmal einfach die geduld. ich lasse ihn auf dem bett sitzen und setze mich an den schreibtisch. keine zwei minuten später klettert er vom bett und kommt zu mir, schmiegt sein verschwitztes, verweintes gesicht an meinen oberschenkel und nuckelt am daumen. wir vertragen uns wieder.
den restlichen nachmitteg verbringen wir mir balkonpflanzen versorgen und bücher angucken, brotteig ansetzen, küche aufräumen.
gegen halb sieben kommt der mann, der beste, den es gibt nach hause. ich darf auf meinem bett sitzen und ruhe haben; er räumt das kinderzimmer auf und saugt darin staub, deckt den abendbrottisch, wickelt das kind, bringt wäsche runter, fährt einkaufen, hängt trockene wäsche ab, sortiert und faltet sie. und gönnt sich am ende endlich ein kaltes bier.
die spielgruppen- mütter und -kinder treffen sich vor dem kulturhaus, es ist schönes wetter, wir gehen auf den spielplatz. c. hat mir einen beutel schwangerschaftsklamotten mitgebracht, die andere c. bietet mir fahrdienste an, p. will uns den zwillingsbuggy, den wir von ihr bekommen, demnächst mit dem auto vorbeibringen. ich fühle mich prima gepampert.
danach in die stadt. einkaufen im bio- supermarkt; immer noch auf der suche nach guten nussriegeln. gibt's hier irgendwie nicht, besteht immer alles nur aus durch karamell zusammengepappten nussbruch. mann, ey.
lunch mit caro. zum ersten mal vergesse ich nicht, meinen teller zu fotografieren, so lange er noch nicht leergegessen ist. caro und max und die fische. überhaupt: caro und max. das solltet ihr mal sehen!
nach hause, erschöpft, vorwehen, müdigkeit. eine stunde schlafen mit dem sohn, der natürlich wieder in bester nazgul-manier schreiend aufwacht. und zetert und tobt und kreischt, seine fersen wütend in die matratze schlägt, fordernd hierhin und befehlend dorthin zeigt, aber nichts von alldem will, was ich ihm anbiete, die wasserflasche verhaut er, das apfelstück pfeffert er in die ecke, kreischt, trampelt, kreischt noch eine tonlage höher, der teddybär ist auch blöd und das sonst so geliebte katzenbuch hat's auch nicht besser verdient. ich will ihn in den arm nehmen, er wehrt sich, strampelt gegen meinen bauch, kreischt in mein ohr. "schreib doch ans jugendamt!" herrsche ich ihn an; seit die schwangerschaft angefangen hat, anstrengend zu werden, fehlt mir in solchen momenten manchmal einfach die geduld. ich lasse ihn auf dem bett sitzen und setze mich an den schreibtisch. keine zwei minuten später klettert er vom bett und kommt zu mir, schmiegt sein verschwitztes, verweintes gesicht an meinen oberschenkel und nuckelt am daumen. wir vertragen uns wieder.
den restlichen nachmitteg verbringen wir mir balkonpflanzen versorgen und bücher angucken, brotteig ansetzen, küche aufräumen.
gegen halb sieben kommt der mann, der beste, den es gibt nach hause. ich darf auf meinem bett sitzen und ruhe haben; er räumt das kinderzimmer auf und saugt darin staub, deckt den abendbrottisch, wickelt das kind, bringt wäsche runter, fährt einkaufen, hängt trockene wäsche ab, sortiert und faltet sie. und gönnt sich am ende endlich ein kaltes bier.
das stadium der schwangerschaft, in dem die zeit zu fließen beginnt. zäh leider, wie honig. alles wird anstrengend. die luft wird knapp; beim schuhe zubinden muss man ganz ohne auskommen, beim treppensteigen (mit dickem, schwerem babybauch, schwerem einkaufsrucksack und 11-kilo-kind auf dem arm)treibt einem der sauerstoffmangel mitunter tränen in und sternchen vor die augen. dankenswerterweise fing der sohn vor zwei tagen an, die treppen selbst hochzuklettern. große erleichterung.
trotz all dem auch vorfreude, süß wie honig.
auf dem flohmarkt babymädchenklamotten gekauft. für kleine mädchen gibt es entweder nur ausgesprochen hässliche sachen, oder ausgesprochen rosafarbene sachen. ich kaufe von beidem etwas, finde aber immerhin ein paar tolle bunt geringelte sachen und ein katzenbuch für den sohn, während der mann einen kinderautositz für 10 euro abstaubt. für die maximal zwei male im jahr, die wir ihn brauchen werden, wird er reichen.
das stadium der schwangerschaft, in dem alte, gebrechliche leute sofort von ihrem behindertensitz aufspringen, sobald man die straßenbahn betritt.
das stadium der schwangerschaft, in dem der nestbautrieb einem trotz aller angestrengtheit unmengen an energie und durchhaltevermögen verpasst. vergangenes wochenende mein zimmer umgestellt und eine wand neu gestrichen. freundliches hellgrau, sieht super aus.
einen termin zum babybauch- bodypainting vereinbart. im rahmen eines jobs, ich freu mich drauf.
trotz all dem auch vorfreude, süß wie honig.
auf dem flohmarkt babymädchenklamotten gekauft. für kleine mädchen gibt es entweder nur ausgesprochen hässliche sachen, oder ausgesprochen rosafarbene sachen. ich kaufe von beidem etwas, finde aber immerhin ein paar tolle bunt geringelte sachen und ein katzenbuch für den sohn, während der mann einen kinderautositz für 10 euro abstaubt. für die maximal zwei male im jahr, die wir ihn brauchen werden, wird er reichen.
das stadium der schwangerschaft, in dem alte, gebrechliche leute sofort von ihrem behindertensitz aufspringen, sobald man die straßenbahn betritt.
das stadium der schwangerschaft, in dem der nestbautrieb einem trotz aller angestrengtheit unmengen an energie und durchhaltevermögen verpasst. vergangenes wochenende mein zimmer umgestellt und eine wand neu gestrichen. freundliches hellgrau, sieht super aus.
einen termin zum babybauch- bodypainting vereinbart. im rahmen eines jobs, ich freu mich drauf.
Samstag, 27. März 2010
gefühle, die große gemischte tüte.
einerseits vorfreude: nur noch 9 oder 10 wochen etwa! und was alles in diese zeit noch reinpassen muss: ein zimmertausch inklusive zimmerneugestaltung und einrichtung für zwei kinder, umräumung und vielleicht auch neustreichung meines zimmers, babywäsche aus dem keller holen, sortieren, waschen; den weidenkorb herrichten, das beihnah rituelle abholen und einlösen des hausgeburtsrezepts (eine packung kompressen, zwei packungen einmalunterlagen, eine nabelklemme) und jede menge andere nestbautriebigkeiten.
die immer wieder wunderbaren vorsorgebesuche unserer hausgeburtshebamme, die so ganz anders sind, als die vorsorgetermine beim arzt. auch hier pinkle ich in einen becher, auch hier bekomme ich blutdruck gemessen und hin und wieder blut abgenommen. aber es gibt kein bildgebendes ultraschall (und es fehlt auch nicht); stattdessen angewärmte hände, die nach dem obligatorischen "darf ich?" meine gebärmutter und die lage des babies darin abtasten; dazu ein strahlendes hebammengesicht. ein hölzernes hörrohr, mit dem die hebamme die herztöne des kindes abhört und es dann dem mann übergibt, damit er sein glück versuchen kann. ein kleines kind, das währenddessen den kleinen weidenen hebammenkoffer auseinandernimmt und das kleine mobile ctg-gerät räubert, die katze, die sich zu meinen füßen räkelt.
und all das ist nur ein kleiner teil so eines hebammenbesuchs; der rest ist ein bisschen geplauder und sehr viel gespräch. und zwar so, dass man das gefühl hat, man wird nicht nur auf körperliche funktionstüchtigkeit überprüft, sondern tatsächlich vorbereitet. nicht nur auf die geburt selbst, sondern auf das, was da auf uns als familie zukommt. ich fühle mich ohne arzt und nur mit hebamme deutlich intensiver und besser betreut und wesentlich weniger alleine gelassen mit den fragen, über die ich mir wirklich gedanken mache. welcher gynäkologe berät einen stundenlang zu organisationsfragen während der geburt? eifersuchtsbefürchtungen in den ersten tagen und wochen mit zwei kindern?
anderserseits: noch 9 oder 10 wochen. immer noch. noch so lange. ich mag mich schon jetzt kaum mehr im spiegel anschauen; es ist dieses stadium der schwangerschaft, in dem mein hintern beginnt, meinem bauch nachzueifern und von woche zu woche immer riesiger und breiter wird. das doppelkinn, die speckigen arme, die zahl auf der waage. die zeit, in der einen alle anstrahlen und solche sachen sagen wie: du blühst ja richtig! und das nett meinen. die zeit, in der ich mein erscheinungsbild von woche zu woche mehr hasse und gleichzeitig das gefühl habe, ich mache was falsch, weil ich mich nicht atemberaubend schön und weiblich fühle; das schlechte gewissen jedesmal, wenn jemand versucht mich entsprechend aufzumuntern und es an meinem körpergefühl eines überladenen betonmischers einfach abprallt.
die anstrengung, die es mittlerweile bedeutet, nach jedem einkauf einen schweren rucksack, ein 11-kilo-kind und mein immenses eigengewicht aus dem keller nach oben zu tragen; schnaufend, schwitzend und wissend: noch 10 wochen, ab jetzt wird es immer nur noch anstengender.
aber dann wieder der sohn, dieses wunderbare, niedliche, spannende kleine kind. wie er sich däumchen nuckelnd mit der wange an meinen bauch schmiegt und halb belustigt, halb erstaunt aufschreckt, wenn gerade dann das baby rumpelt.
wie er auf meinen bauch zeigt und "bibi!" sagt und weiß, dass bei seinem papa kein solches drin ist, sondern nur bei mir.
wie er nach dem schmusepüppchen verlangt, das ich für seine schwester genäht habe; es sitzt bei mir auf der fensterbank, wenn er es sieht, möchte er es haben. nimmt es dann, drückt es an sich, tastet es zärtlich flötend mit seinen kleinen fingern ab, streichelt es, lacht es an. wenn er fertig ist, nickt er entschlossen mit dem kopf und reicht es mir zufrieden lächelnd an, damit ich es wieder an seinen platz zurückstelle.
am ende ist das gute immer stärker, die vorfreude größer als alle befürchtungen. der anteil der ekligen lakritze und der viel zu sauren weingummis in der tüte doch kleiner als der der saftigsüßen gummibärchen und des fluffig weichen mäusespecks.
alles ist gut. alles wird gut.
einerseits vorfreude: nur noch 9 oder 10 wochen etwa! und was alles in diese zeit noch reinpassen muss: ein zimmertausch inklusive zimmerneugestaltung und einrichtung für zwei kinder, umräumung und vielleicht auch neustreichung meines zimmers, babywäsche aus dem keller holen, sortieren, waschen; den weidenkorb herrichten, das beihnah rituelle abholen und einlösen des hausgeburtsrezepts (eine packung kompressen, zwei packungen einmalunterlagen, eine nabelklemme) und jede menge andere nestbautriebigkeiten.
die immer wieder wunderbaren vorsorgebesuche unserer hausgeburtshebamme, die so ganz anders sind, als die vorsorgetermine beim arzt. auch hier pinkle ich in einen becher, auch hier bekomme ich blutdruck gemessen und hin und wieder blut abgenommen. aber es gibt kein bildgebendes ultraschall (und es fehlt auch nicht); stattdessen angewärmte hände, die nach dem obligatorischen "darf ich?" meine gebärmutter und die lage des babies darin abtasten; dazu ein strahlendes hebammengesicht. ein hölzernes hörrohr, mit dem die hebamme die herztöne des kindes abhört und es dann dem mann übergibt, damit er sein glück versuchen kann. ein kleines kind, das währenddessen den kleinen weidenen hebammenkoffer auseinandernimmt und das kleine mobile ctg-gerät räubert, die katze, die sich zu meinen füßen räkelt.
und all das ist nur ein kleiner teil so eines hebammenbesuchs; der rest ist ein bisschen geplauder und sehr viel gespräch. und zwar so, dass man das gefühl hat, man wird nicht nur auf körperliche funktionstüchtigkeit überprüft, sondern tatsächlich vorbereitet. nicht nur auf die geburt selbst, sondern auf das, was da auf uns als familie zukommt. ich fühle mich ohne arzt und nur mit hebamme deutlich intensiver und besser betreut und wesentlich weniger alleine gelassen mit den fragen, über die ich mir wirklich gedanken mache. welcher gynäkologe berät einen stundenlang zu organisationsfragen während der geburt? eifersuchtsbefürchtungen in den ersten tagen und wochen mit zwei kindern?
anderserseits: noch 9 oder 10 wochen. immer noch. noch so lange. ich mag mich schon jetzt kaum mehr im spiegel anschauen; es ist dieses stadium der schwangerschaft, in dem mein hintern beginnt, meinem bauch nachzueifern und von woche zu woche immer riesiger und breiter wird. das doppelkinn, die speckigen arme, die zahl auf der waage. die zeit, in der einen alle anstrahlen und solche sachen sagen wie: du blühst ja richtig! und das nett meinen. die zeit, in der ich mein erscheinungsbild von woche zu woche mehr hasse und gleichzeitig das gefühl habe, ich mache was falsch, weil ich mich nicht atemberaubend schön und weiblich fühle; das schlechte gewissen jedesmal, wenn jemand versucht mich entsprechend aufzumuntern und es an meinem körpergefühl eines überladenen betonmischers einfach abprallt.
die anstrengung, die es mittlerweile bedeutet, nach jedem einkauf einen schweren rucksack, ein 11-kilo-kind und mein immenses eigengewicht aus dem keller nach oben zu tragen; schnaufend, schwitzend und wissend: noch 10 wochen, ab jetzt wird es immer nur noch anstengender.
aber dann wieder der sohn, dieses wunderbare, niedliche, spannende kleine kind. wie er sich däumchen nuckelnd mit der wange an meinen bauch schmiegt und halb belustigt, halb erstaunt aufschreckt, wenn gerade dann das baby rumpelt.
wie er auf meinen bauch zeigt und "bibi!" sagt und weiß, dass bei seinem papa kein solches drin ist, sondern nur bei mir.
wie er nach dem schmusepüppchen verlangt, das ich für seine schwester genäht habe; es sitzt bei mir auf der fensterbank, wenn er es sieht, möchte er es haben. nimmt es dann, drückt es an sich, tastet es zärtlich flötend mit seinen kleinen fingern ab, streichelt es, lacht es an. wenn er fertig ist, nickt er entschlossen mit dem kopf und reicht es mir zufrieden lächelnd an, damit ich es wieder an seinen platz zurückstelle.
am ende ist das gute immer stärker, die vorfreude größer als alle befürchtungen. der anteil der ekligen lakritze und der viel zu sauren weingummis in der tüte doch kleiner als der der saftigsüßen gummibärchen und des fluffig weichen mäusespecks.
alles ist gut. alles wird gut.
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