Donnerstag, 7. April 2011

linktipp: kinderpendent.

Dienstag, 29. März 2011

ich hasse shopping.
ich hasse es unabhängig vom anlass, unabhängig von der begleitung, unabhängig von meiner kleidergröße. ich hasse es abgrundtief. klamotten kaufen, wie unglaublich ätzend, was für eine langweilige art der zeitverschwendung. ich kann absolut nicht nachvollziehen, wie rudel von frauen ganze samstag freiwillig von umkleide zu umkleide rennen können, 7 stunden lang durch 40 verschiedene geschäfte um am ende zu wissen: anprobierte jeans nr. 17 sitzt noch einen hauch besser als jeans nr. 9, nr, 23 war ein fehlkauf, nr. 4 tausche ich doch besser gegen die andere farbe um. die art von glück, die dabei empfunden wird, erschließt sich mir nicht.

wenn es gar nicht mehr anders geht (nicht mehr flickbare löcher in den jeans, alle shirts zerschlissen, oder alles verbliebene ist auf unmöglich aussehende weise zu groß oder zu klein), dann fahre ich schlecht gelaunt in die stadt, betrete einen klamottenladen, ziehe bis zu 10 sachen aus den regalen, die so aussehen, als könnte ich reinpassen und probiere alles zügig nacheinander an. was passt, wird mitgenommen, den rest drücke ich der verkäuferin in die hand. viertelstunde, länger darf shopping bei mir nicht dauern. entsprechend wenig geld habe ich jährlich für kleidung ausgegeben. 50 bis 100 euro, vielleicht 150, wenn mal ein neues paar schuhe fällig war.

gestern habe ich meine klamottenkommode ausgemistet. pullis und oberteile, die ich teilweise seit fast 12 jahren besaß. alte riesenklamotten von 15 kilo mehr als jetzt, alte miniklamotten von 10 kilo weniger als jetzt. meine alten fahrradhandschuhe: die eingetrockneten gelpads zerbröselten bei leichtem druck. viel rumpfkluft, viel scheißteure öko-designersachen, die ich über meinen damaligen nebenjob günstiger bekommen hatte, die aber stilmäßig noch nie mein fall waren: alles mit hinblick auf das bald beginnende ref gekauft. haha. außerdem ein bisschen sogenannte umstands- "mode".

am ende ist davon übrig geblieben: fast nichts. ein großer sack für die altkleidersammlung, eine kiste voll für ebay, ein sack für den müll. behalten werde ich meine rennradhosen, 2 oberteile, eine hose, 3 pullover. das ist alles. ich muss also shoppen gehen.

und das auch noch mit dem vosatz, ab jetzt nur noch entweder gebrauchte oder ökologisch und im idealfall auch noch sozial verantwortbar produzierte kleidung zu kaufen. in den vergangenen tagen ein paar jeans ersteigert; heute dann gudrun sjödén leergeshoppt. online. das kleinere übel, immerhin. klick, klick, klick. innerhalb einer stunde einen warenwert zusammengeklickt, den ich in den gesamten vergangenen 10 jahren nicht für kleidung ausgegeben habe. ganz merkwürdige dinge ausgesucht: leggins, sogar ein kleid und einen rock! kleid! rock! ICH! drauf gewartet, dass ich zu staub zerfalle. ist nicht eingetreten.

und dann passierte etwas seltsames: es begann, spaß zu machen. spaß, erleichterung, dann vorfreude. jetzt hibbelige vorfreude. ich beginne, mir selbst unheimlich zu werden.


(und das alles kurz nach entdeckung des ersten grauen haars. da steckt doch ein plan dahinter.)

Mittwoch, 23. März 2011

Dienstag, 22. März 2011

weiter aufgeräumt. dabei auch gefunden: eine geburtstagskarte für den seelenverwandtschaftsbruder, geschrieben 2001 und ihm dann wohl doch nicht gegeben. überhaupt: so viele fotos, briefe, postkarten, erinnerungsschnipsel aus alten zeiten; relikte die sich anfühlen wir ballast, die ich mich aber trotzdem nicht wegzuwerfen traue. stattdessen eine blechbox damit gefüllt und ganz hinten unten im regal vergraben.

Samstag, 19. März 2011

beim aufräumen gefunden: moleskine kalender aus dem jahr 2008; ganz hintendrin eine seite voller notizen von dingen, die ich mir für dieses jahr vorgenommen hatte. "studium beenden", "mountainbike alpencross", "noch mehr abnehmen" und so. beim durchlesen geseufzt. dann den kalender selbst durchgeblättert, geguckt, was ich stattdessen alles gemacht habe. es kam alles anders. leise lachen müssen. das mountainbike, dass ich damals gekauft hatte, um damit die alpen zu überqueren, zieht jetzt eine zweisitzige kinderkarre. ob's die alpen noch schaffen würde?

Dienstag, 15. März 2011

oft, wenn ich relativ früh einkaufen gehe und den bioladen recht kurz nach ladenöffnung erreiche, sehe ich dasselbe, in stilvoller ökomode der gehobenen preisklasse glekleidete paar mittleren alters am müllcontainer stehen und aussortierte lebensmittel herausklauben. sie containern, eine sache, dich mich auch schon länger beschäftigt. ich kenne das seit dem studium; diverse meiner ehemaligen kommilitonen waren links bis linksradikal orientiert und betrieben freeganism. soweit ich weiß, kamen sie nur sehr selten in die verlegenheit, für lebensmittel geld ausgeben zu müssen; einige ernährten sich auf diese weise ausschließlich in bio- qualität, jahrelang, kostenlos.
jedes mal, wenn ich dieses paar am bioladen sehe, denke ich, verdammt - ich sollte mein leben wieder radikalisieren, noch konsequenter sein, noch politischer leben. der müllcontainer befindet sich direkt vor der glasfront, hinter der die kassen platziert sind; die mitarbeiter müssen die beiden sehen. niemand hindert sie daran, am hellichten tag noch gut erhaltene bio- lebensmittel aus dem container zu ziehen. jeder, der vorbeiläuft, kann sehen, dass die sachen eigentlich noch einwandfrei sind. vielleicht eine kleine braune stelle am apfel, vielleicht ist die tüte erdnüsse an einer stelle aufgeplatzt, der joghurt einen tag vor dem verfallsdatum. nichts, was man nicht durch herausschneiden, aussortieren oder einmal kurz umrühren wieder in ordnung bringen könnte.
die beiden erbeuten einen strunk bananen, ein paar kiwis, zwei äpfel, eine aufgeplatze tüte babyspinat und noch anderes, dass ich so schnell im vorbeilaufen nicht erkennen kann. während der mann die lebensmittel in seinen rucksack verstaut, geht sie in den laden und kauft, was ihr nach dem containern noch fehlt. unter anderem teure naturkosmetik; ich bin mir sehr sicher, dass sie nicht aus finanziellen gründen containert.
warum mache ich das nicht auch?

Montag, 14. März 2011

sich vor müdigkeit übergeben müssen. es gibt also doch noch eine weitere dimension von erschöpfung, die ich doch noch nicht kannte.

am wochenende einen nachmittag alleine in der stadt verbracht. alleine, ohne irgendein kind. mit meiner geliebten leder- umhängetasche, ohne umfassendes trinken-versperbox-ersatzwindel-sandelspielzeug-buch-babypuppe-trinkflasche-und falls es kalt wird doch noch ne mütze- paket. der wahnsinn. der helle wahnsinn. wieviel zeit man plötzlich hat, wenn man kein baby trägt und keinen kinderwagen schuckelt, wie schnell man laufen kann! irre. muss ich definitiv öfter machen.

beim frisör gewesen. meine frisörin noch mehr lieben gelernt. auch gelernt, dass ich abnehmen muss, bevor ich noch kürzere haare ausprobieren kann.

abends um sieben mit beiden kindern ins bett gegangen, 10 stunden geschlafen, am nächsten morgen noch immer nicht ausgeschlafen gewesen.

sonntag halb gelähmt irgendwas gearbeitet, es dann sein gelassen, bevor die qualität leidet. stattdessen gestrickt, das kann ich auch im halbkoma noch fehlerfrei. zuerst an einem auftrag, bis die wolle alle war, dann was für mich.

heute früh statt um halb sechs tatsächlich mal erst um kurz vor sieben geweckt worden. mit dem baby gekuschelt. aufgestanden und nicht gleich wieder taumelnd gegen den türrahmen gedonnert. mich sowas ähnliches wie ausgeschlafen gefühlt.

auf dem weg von der baby- physiotherapie in die stadt den ersten blühenden kirschbaum gesehen. den ersten fast blühenden magnolienbaum. es wird nicht aufzuhalten sein.

Donnerstag, 10. März 2011

"Aufschreiben heißt, etwas festzuhalten. Mich selbst festhalten, mich erkennen, in Fragmenten. Ich will das, und ich will das doch nicht, sonst wäre es nicht so schwer, sonst würde ich mich mir selbst nicht entwinden wollen. Wenn ich es nicht aufschreibe, bin ich nicht zufrieden, weil ich so bequem bin, die einfache Lösung wähle; wenn ich es aufschreibe, bin ich nicht zufrieden, weil es mir nicht genau genug ist. Ich kann nicht gewinnen."



[exactly, frau fragmente.]
abends, kurz vorm schlafen gehen, schlummeln der große sohn und ich noch ein bisschen auf meinem bett. liegen bäuchlings nebeneinander, unsere gesichter einander zugewandt und ganz nah zusammengesteckt, unsere nasenspitzen berühren sich fast. der große sohn nuckelt am daumen und gibt wohlige geräusche von sich. ich streichle seinen kopf und frage: "sag mal, wo ist eigentlich das baby hin, das du mal warst?" der sohn überlegt kurz, wendet dann die innenfläche der freien hand nach außen, zuckt mit den schultern und sagt: "weg. groß, max."
"werden aus den schülern noch lebenstüchtige menschen, wenn es in der schule vor allem um spaß geht?" - es gibt mal wieder eine sehr interessante sache in der mediathek des bayerischen rundfunks anzusehen: ein kleiner film über die rolle der intuition für entwicklung, intelligenz und pädagogik. "auf den spuren der intuition", zu sehen hier in der rubrik "meistgesehen.

Sonntag, 27. Februar 2011

ein denkwürdiger moment, als ich einen der vielen alten uniordner aus dem regal zog, meister eckhart und den sufismus dem altpapier übergab und den ordner stattdessen mit angebotsunterlagen, katalogen und musterbüchern der firmen gütermann, prym, westfalenstoffe und freudenberg füllte. grinsen.

Samstag, 26. Februar 2011

es scheint, als hätte ich den faden verloren. worüber soll ich hier noch bloggen? ich habe zwei kinder, aber keine lust, eins dieser typischen muttiblogs zu führen. um die art muttiblog zu schreiben, die ich selbst gern lese, fehlt mir die zeit - wie für so vieles andere auch: geschichten, rezepte, blogposts über ärgerliche mails von leserinnen - keine zeit, ich hab zu tun. tatsächlich: ich hab zu tun.
trotzdem fehlt mir das hier, das schreiben um des schreibens willen.

Mittwoch, 9. Februar 2011

"es ist so: alle frauen sind stark, aber die meisten brauchen ihre kraft um die taegliche anpassung an den wahnsinn zu bewirken, den sie sich selber eingebrockt haben. soviel kraft habe ich nicht.
meine kraft reicht aber, um genau zu wissen, was ich nicht mehr will und immer genauer zu wissen, was ich wirklich will. das erfordert - ueberraschung - sehr wenig kraft. ich gehoere also nicht zu den starken frauen, sondern zu denen die entschlossen sind, ihr glueck zu machen."



[**]

Samstag, 5. Februar 2011

"dass man glück nicht fassen kann, macht ja sinn. wär ja sonst längst abgegriffen."
[**]

Montag, 10. Januar 2011

http://multiply.com/mu/babykoito/image/9/photos/15/500x500/1/love-children.jpg?et=phP2h7nuPxXhdsOMVVJ6xw&nmid=330618854

[via]

Samstag, 8. Januar 2011

du musst das leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein fest
und lass dir jeden tag geschehen
so wie ein kind im weitergehen
von jedem wehen
sich viele blüten schenken läßt.
sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem kind nicht in den sinn.
es löst sie leise aus den haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen jahren
nach neuen seine hände hin.


[fuckyeahrilke.]

Freitag, 31. Dezember 2010

jahresendstatistik 2010.

zugenommen oder abgenommen? erst schwangerschaftsbedingt eine ganze menge zu-, dann wieder einiges ab-.
haare länger oder kürzer? seit 2 wochen 50 cm kürzer als vorher.
kurzsichtiger oder weitsichtiger? ich glaube, ich könnte eine neue brille gebrauchen.
mehr geld oder weniger gehabt? mehr.
mehr ausgegeben oder weniger? mehr.
mehr bewegt oder weniger? weniger.
der hirnrissigste plan? meine pläne für 2011 waren recht überschaubar und etwas hirnrissiges war eigentlich nicht dabei.
die gefährlichste unternehmung? so rein nervlich gesehen: ein kind 12 tage über den termin tragen, während gleichzeitig der mann kaum zuhause ist. ging aber dann doch ganz gut aus.
die teuerste anschaffung? etwa auf gleicher höhe: eine nähmaschine und eine digitale spiegelreflexkamera.
das leckerste essen? ungefähr jedes curry, was der mann gekocht hat, quinoa big bowl, die alljährlichen bratäpfel, all die viele wassermelone im sommer.
das beeindruckendste buch? hätte ich mehr zeit zum lesen gehabt, fänder ich sicher ein anderes am beeindruckendsten. da ich aber kaum zum lesen kam, muss ich dieses sternchen an j. s. foer und "tiere essen" verleihen.
der berührendste film? keine filme geguckt, glaube ich.
das schönste konzert? keins besucht, keins vermisst.
die meiste zeit verbracht mit...? kind und kindern.
die schönste zeit verbracht mit...? kind und kindern und mann, hebamme, freunden.
vorherrschendes gefühl 2010? so kann's weitergehen.
2010 zum ersten mal getan? eine steuererklärung.
2010 nach langer zeit wieder getan? vegetarisch/ vegan gelebt.
drei dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? ich bin immer noch davon überzeugt, dass jede blöde erfahrung ihren sinn hat, weil man hinterher um etwas wichtiges schlauer ist. und wenn ich mir's genauer überlege bin ich in diesem sinne tatsächlich dankbar, dieses jahr auch ein paar wenige doofe dinge mitgemacht zu haben.
das schönste geschenk, das ich jemandem gemacht habe? ein frosch- t- shirt vom flohmarkt.
das schönste geschenk, das mir jemand gemacht hat? eine digitale spiegelreflexkamera.
der schönste satz, den jemand zu mir gesagt hat? "mama! papa! gotta! lieb! aaam!"
den schönsten satz, den ich zu jemandem gesagt habe? "guck mal, das baby ist angekommen."
die wichtigste sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? dass es richtig und wichtig ist, ein verantwortliches leben zu führen.
2010 war mit einem wort...? lebensfroh.

Donnerstag, 30. Dezember 2010

gift.

[December 30 – Gift Prompt: Gift. This month, gifts and gift-giving can seem inescapable. What’s the most memorable gift, tangible or emotional, you received this year?]

in einem jahr, in dem man ein kind bekommen hat, kann man darauf natürlich nichts anderes antworten als: ein kind.

defining moment.

[December 29 – Defining Moment Describe a defining moment or series of events that has affected your life this year.]

es gab dieses jahr, in der zeit kurz vor der geburt des kleinen sohns, einige unschöne momente zwischen mir und dem großen sohn. ich war zum ende der schwangerschaft hin körperlich und mental extrem angestrengt, der mann war beruflich so eingebunden, dass er über längere zeit hinweg oft hintereinander bis zu 24 stunden am stück im büro war, selten waren es weniger als 15 und er konnte mich zuhause nur wenig entlasten. den allergrößten teil der zeit habe ich das sehr gut gemeistert und es sogar noch geschafft, auch diese anstrengende zeit für den sohn schön zu gestalten. auch diese zeit meinte ich, als ich schrieb, ich könne mehr aushalten, als mir lieb ist.
aber es gab in dieser zeit auch einige wenige, sehr schwierige momente, in denen ich mit meiner kraft so dermaßen am ende war, dass ich nicht mehr die geduld für den großen sohn aufbringen konnte, die er gebraucht hätte. momente, in denen ich lernte, dass gewalt, wenn man sie selbst erlebt hat, leider sehr tief in einem verwurzelt bleibt. momente, in denen ich eine mutter war, die ich niemals wieder sein möchte. damit hier niemand etwas falsches denkt: ich habe mein kind niemals geschlagen oder ihm sonstwie gewalt angetan. niemals. aber es gab sekunden, in denen ich das nur knapp verhindern konnte. das waren momente, in denen ich merkte, dass etwas in mir steckt, dass ich da nicht haben will. seither beschäftige ich mich mit gewaltfreier kommunikation; ich lese darüber und trainiere das. und es klappt immer besser. ein thema, das mich sicherlich auch in 2011 noch beschäftigen wird.

healing.

December 19 – Healing. What healed you this year? Was it sudden, or a drip-by-drip evolution? How would you like to be healed in 2011?

[dinge, die nicht ins internet gehören]