Donnerstag, 28. Mai 2009

eine frage der organisation.

6:20 baby rüberholen und stillen.
6:20 - 7:06 baby bespielen und beschmusen; online busverbindungen raussuchen (i.kea).
7:06- 7:30 mann und baby beschmusen.
7:30 - 7:45 duschen, anziehen. mann wickelt das baby.
7:45- 8:00 balkonblumen gießen, der katze ein ergaunertes haargummi abjagen.
8:00 - 8:20 kartoffeln und anderes gemüse fürs mittagessen vorschnippeln.
8:20- 8:30 müesli; bloggen.
8:30- 8:45 hoffen, dass das baby aufwacht; baby anziehen und umschnallen
9:06 busabfahrt
9:46 busankunft
10:00 - 11:45 i.kea browsen
11:52 busabfahrt
12:31 busankunft
12: 43 ankunft zuhause.
12:43- 12:50 vorbereiteten gemüsekram anwerfen; baby versorgen
13:00 ankunft des mannes; mittagessen.

Mittwoch, 27. Mai 2009

mama sein.

die plötzlichsten, überwältigendsten momente von muttergefühl überfluten mich in den scheinbar nebensächlichsten, aller- alltäglichsten situationen. neulich, als ich dem baby die verrotzte nase saubermachte, zum beispiel. oder heute mittag, als es auf meinem schoß am esstisch saß und wir beide minutenlang mit großer freude und flachen handflächen auf der tischplattte einfach nur genüsslich krach machten. oder gerade eben, als ich mit dem baby vom einkaufen kam. es war unterwegs eingeschlafen und wurde zum ersten mal nicht wach, als ich es vom carrier in sein bettchen umlagerte. dieses däumchen im mund, dieses kinderschlaf- seufzen, die roten wangen.

(erwachte auch nicht, als ich ein seltsames, schmatzendes fiepen von mir gab, weil ich das plötzliche schluchzen unterdrücken wollte. beim küsschen geben rotz auf die wange geschmiert, rausgeschlichen, tür geschlossen, herzschmerz genossen, tränchen vergossen. leben, seltsames. )

Dienstag, 26. Mai 2009

quotable (liviii).

"are we just fucking or are we fucking with potential
of doing something else than fucking?"


[**]

quotable (livii).

"geben sie [den kindern] die möglichkeit, den unterschied zwischen einem salatkopf, der in richtiger erde angebaut wurde, und einem salat, der in holzwolle gestanden und zum überleben am tropf gehangen hat, zu schmecken; zwischen einer weichen und knusprigen, selbstgemachten fischfrikadelle und einem mehlball mit fischgeschmack aus der sogenannten "delikatessabteilung" im supermarkt; und zwischen einer in der sonne gereiften, sommertrunkenen freilandtomate und ihrer armen verwandten, die um die weihnachtszeit von den kanarischen inseln zu uns eingeflogen wird; zwischen schonend blanchiertem, frisch gepflücktem spinat und der tiefgefrorenen variante; zwischen einem lockeren und knusprigen, selbsgemachten pizzaboden und der pappigen, schlechten entschuldigung aus dem tiefkühlfach im supermarkt;zwischen fetttriefenden und stechend riechenden hamburgern der fastfood- ketten und einem anständigen steak aus reinem ochsenfleisch; zwischen einem gut geräucherten kassler rippchen vom metzger und einem von salzwasser und nitrit sabotierten schweinefilet vom wochenend-super-sonder-angebot beim discount-markt an der ecke; lassen sie sie den unterschied zwischen einer scheibe schinken sehen, die in der pfanne in ihrem eigenen fett brät, und einer scheibe, die in einer wässrig und ungesund aussehenden, weißlichen substanz vo sich hinblubbert; lassen sie sie den enormen unterschied erleben, den eine kartoffel ausmacht, die eine stunde im ofen verbracht hat und einer erdknolle die nach einigen minuten in der mikrowelle gegessen wir; einer vorzeitig reifen, neuen kartoffel ohne geschmack und form und einer, der man die notwendigen drei wochen ruhe gegönnt hat, um fülle, farbe und aroma zu entfalten."


[jesper juul: was gibt's heute? gemeinsam essen macht familien stark. düsseldof und zürich 2002; s. 32.]
[ein bisschen zu fleischlastig, mir ansonsten aber sehr aus der seele sprechend. habe jesper juul letzte woche zwei mal live gesehen, der mann sah ihn auch einmal. sehr inspirierend, sehr weiterempfehlenswert. vielleicht kommt er ja auch bald in deine nähe.]

Sonntag, 24. Mai 2009

kontaktschwäche.

fünf wochen nach dem letzten kontakt eine postkarte aus elba. keine anrede, keine abschiedsfloskel, wie immer: mich mit meinem namen ansprechen, ob auf papier oder im gespräch, das konnte er noch nie. für ihn heißen alle frauen gleich. meine mutter, jede seiner verflossenen, ich. alle heißen "du!". oder eben gar nicht.
ich finde keine lust, mich zurückzumelden. es war so viel entspannterer ohne kontakt zu ihm, ohne dauernd mitgeteilt zu bekommen, für wie dumm und (lebens-)unfähig er mich hält. ohne das aushaltenmüssen der tatsache, dass ich dieses bild nie werde relativieren können, dass er mich nicht kennt, nie gekannt hat. nie den mut aufbringen wird, seine sichtweise, sich selbst, in frage zu stellen, um mich kennenzulernen.

Mittwoch, 20. Mai 2009

unter geiern.

das vergebliche warten der anderen darauf, dass bei uns endlich irgendetwas schief geht, dass wir endlich scheitern, dass wir uns endlich irgendeine blöße geben müssen.
ich kappe alte kontakte ("lass uns vielleicht in zwei, drei jahren nochmal, aber jetzt, in dieser zeit, passt es einfach nicht"), knüpfe neue, erfahre erleichterung, viel zuspruch, ermutigung, bestätigung. die gewissheit, dass wir sicher sind auf dem weg, der für uns der richtige ist.

Dienstag, 19. Mai 2009

relationen.

ich kann so ziemlich alles ertragen. schmerzen, blut, meinetwegen gebäre ich auch noch ein zweites kind ohne betäubung und sonstigen schnickschnack. alles kein problem.
aber bei schnupfen werde ich wehleidig.

Dienstag, 12. Mai 2009

at the gym (xii).

das erste mal spinning fühlte sich seltsam an. ich erkenne alles wieder, weiß meine einstellung für sattel- und lenkerhöhe noch. nur das bild, das ich auf die spiegelwand gegenüber werfe, ist erkennbar breiter als beim letzten mal. ich fühle mich wie ein mastochse auf einem bobby car, aber was soll's, da muss ich durch jetzt.
zwei minuten nach mir betritt t. den raum. reagiert irritiert, zögerlich, erkennt mich aber wieder. ob er mit seinem bike nicht zu mir kommen will, frage ich. er sagt sowas wie: aber wir sind doch immer hier in der ecke gefahren, und deutet mit ausladender geste auf die freien plätze um sein bike herum. schon da ist mir klar, dass das nichts mehr werden kann mit t., mir und dem wiederauflebenlassen der spinning-affäre. ich lehne ab: all diese plätze sind direkt vor der tür und mein mastochsen- ich hat schon genug mit sich selbst zu tun; meinen dicken hintern direkt vor der verglasten eingangstür zu parken, durch die alle fünf minuten irgendwer hineinlugt, das packe ich noch nicht.
wenig später betritt ein mädchen den raum, schlank, hübsch, knackarsch. sie ist zum ersten mal hier und das sieht man (ballerina-schläppchen, ungepolsterte leggins unter adidas-hotpants); sie spult, von beine überkreuzen über fußspitzen nach innen drehen bis hände und handgelenke nach außen drehen, eine dümmliche hilfloses-mädchen-geste nach der anderen ab und trifft damit bei t. genau ins schwarze. er holt ihr ein bike, stellt es ihr ein, erklärt ihr die bedienung. und sie? wenn ich der mastochse auf dem dreirad bin, dann ist sie tinkerbell auf dem gülletrecker.

ich konzentriere mich aufs warmfahren und freue mich, als endlich e., die trainerin, den raum betritt. wie hab ich sie vermisst, sie und ihren humor und ihre unvergleichlich guten spinningstunden. ich schwitze, stöhne, versuche mitzuhalten und schaffe das immerhin so gut, dass ich bis zum ende durchhalte und nicht vorzeitig aufhören muss. beim zeitfahren muss ich teilweise pausieren und von e.s neuester gemeinheit, aus voller fahrt bei hohem widerstand abbremsen und dann aus dem stand so schnell wie möglich wiedr aufs alte tempo kommen, packe ich gerade mal zwei von vier wiederholungen. und natürlich schaffe ich auch längst nicht die widerstände, die ich zuletzt gefahren bin.
am ende bin ich dann aber doch einigermaßen zufrieden: ich fange nicht ganz von neuem an, sondern bin immerhin noch auf einem level, von dem aus es auch schlechter werden könnte. und der verlust der spinning- affäre mit t.? macht irgendwie nichts. ist okay so.

Donnerstag, 7. Mai 2009

foodcontent (xxxix).

wofür ich meiner mutter wirklich dankbar bin ist, dass sie mir von klein auf ein bewusstsein für gutes essen und kochen beigebracht hat. ich stand schon als kleinkind mit ihr in der küche, habe frikadellenmasse geknetet, brotlaibe geformt, kartoffeln geschält und soßen gerührt. nicht ohne stolz erzählt meine mutter bis heute immer noch gerne, dass ich mit 10 schon alleine brot backen konnte.
die küche meiner mutter ist mehr oder minder typische mama-küche. gutbürgerliche hausmannskost. ich selbst koche für uns in der regel eher sog. "leichtere" sachen; aber auf meiner liste der all-time-favourite-meals stammen doch die meisten sachen aus der küche meiner mutter: wiener schnitzel, lasagne, gulasch, grießklößchensuppe, etc.
101 rezepte aus ihrer küche plus viele "haushaltstipps", "ess- anekdoten" und handgezeichnete illustrationen hat meine mutter in mühevoller handarbeit vor etlichen jahren auf kariertes papier gebracht. die einzelnen seiten kochspritzer- fest in klarsichthüllen gesteckt und das ganze in einen blauen ordner gepackt. daraus wurde eins der kostbarsten weihnachtsgeschenke, das ich je erhalten habe:

mamas küche.


mamas küche.


das inhaltsverzeichnis zeugt vielleicht ein bisschen von dem stolz, 101 rezepte per hand aufgeschrieben zu haben und ist möglicherweise deshalb, liebenswert unbrauchbar, nach der anzahl der rezepte nummeriert, anstatt nach seitenzahlen organisiert. mittlerweile finde ich mich aber auch so ganz gut damit zurecht. ich benutze dieses kochbch sehr häufig und wenn unsere wohnung irgendwann in flammen stünde wäre es, nachdem ich gewiss wäre, dass mannkindkatze in sicherheit sind, sicherlich eins der ersten dinge, die ich versuchen würde, zu retten.
was meiner mutter immer besonders wichtig war (und ist): es durfte nichts verschwendet werden. musste man für ein rezept beispielsweise tomaten von ihren kerngehäusen trennen, wurden die nicht weggeschmissen, sondern eingefroren und bei nächster gelegenheit an eine suppe oder zur bolognese getan. aus den blättern von radieschen machte sie radieschenblätter- schaumsuppe, aus dem bratfett der weihnachtsgans gänseschmalz. gemüseabfälle wie lauchblätter und karottenabschnitte mussten erst noch der nächsten fleischbrühe ihr aroma abgeben, bevor sie auf den kompost oder zum schweinefutter kamen. tomaten, die nicht richtig ausreifen wollten und konsequent grün blieben, legte meine mutter sauer ein und würfelförmig zugeschnittene stücke eines misslungenen oder vertrockneten rührkuchens wurden mit kuvertüre überzogen und dienten mir und meinen spielfreunden als nachmittagsnascherei. das hatte nicht immer unbedingt was mit nachkriegstrauma oder geiz zu tun, sondern meistens mit wertschätzung der einzelnen lebensmittel und damit, dass man aus den allermeisten sachen, die man sonst leichtfertig wegschmeißt, noch richtig leckere dinge zubereiten kann.
spargel beispielsweise ist gleich weniger teuer und noch wertvoller, wenn man die abgeschälten schalen im kochwasser mitkocht und selbiges, wenn der spargel gar ist, nicht wegschüttet, sondern noch siedend heiß in saubere schraub- oder einweckgläser füllt.
aspargus stock.

das hält sich im kühlschrank dann etwa 14 tage und innerhalb derer kann man damit zum beispiel folgendes kochen:

mamas küche.

mama's feine kartoffelsuppe mit lachs.

[das apostroph ist an dieser stelle übrigens kein fehler, sondern wichtiger teil des rezepts: ohne schmeckt die suppe nicht. im folgenden zitiere ich den originalen wortlaut des rezepts.]

Zutaten: 1 kg kartoffeln, 1-2 frühlingszwiebeln mit grün, 30g butter, spargelbrühe (--> spargel), 1 päckchen tk- suppengrün, 1 becher süße sahne, salz; 1 kleines paket räucherlachs, fein gehackter dill oder schnittlauch.

[wie so häufig bei handschriftlich überlieferten rezepten, ergeben sich auch bei denen meinem mutter manchmal gewisse irritationen: ich habe zum beispiel keinen schimmer, was sie mit "tk-suppengrün" meint. auf meine frage sagte sie zuerst "das weiß ich auch nicht mehr" und dann, als ich sagte, ich hätte nämlich nach sowas gesucht: "früher gab's das". nunja. ich habe die suppe dann einmal mit dem gekocht, was ich unter suppengrün kenne: stücken von möhrelauchsellerie, und einmal auf verdacht mit einem rest tiefgekühlter kräuter der prowengs. ersteres war leckerer.]

zubereitung:
- in einem topf in heißer butter die feingeschnittenen zwiebeln anschwitzen. die kleingeschnittenen kartoffeln zugeben und mit so viel spargelbrühe aufgießen, dass die kartoffeln knapp bedeckt sind. [anm.: ich nehme lieber so viel spargelbrühe, dass die kartoffeln gut und gerne mit 2cm davon bedeckt sind. sonst wird mir die suppe zu dick.] suppengrün zugeben, wenig salzen. 20 min. köcheln lassen.
- 1 becher süße sahne [anm.: ich finde, ein halber reicht auch] zugießen, aufkochen lassen und die suppe mit dem zauberstab pürieren. abschmecken. [anm.: salz, pfeffer, muskat.]
- beim anrichten die in feine streifen geschnittenen lachsscheiben in die suppenteller verteilen, mit der suppe aufgießen und mit den kräutern bestreuen.
statt lachs kann man auch schinkenstreifen verwenden.

mamas feine kartoffelsuppe mit lachs.


wünsche guten appettit!

[p.s.: mittlerweile haben sich mehrere leser gemeldet, die hilfreich anmerkten, meine mutter habe mit "tk" sicher "tiefkühl" gemeint. ja, hat sie sicher, aber das ist nicht das problem: ich frage mich eher, was sie mit "suppengrün" meint. denn das, was ich darunter verstehe (ein bündel aus lauch, möhre, sellerie, blumenkohl und petersilie) finde ich tiefgekühlt nicht und weiß auch gar nicht, warum es sinn machen würde, das als tk- produkt zu produzieren. hm. ich glaube eher, meine mutter meint eine bestimmte kräutermischung oder sowas. rätsel über rätsel. vielleicht erinnert sie sich bei anderer gelegenheit ja doch noch dran.]

Dienstag, 5. Mai 2009

noch ein neuanfang.

und hier geht's jetzt auch weiter. endlich.

Freitag, 1. Mai 2009

neuanfang.

neuanfang.

statistik:
von 108,5 auf 83,5 innerhalb eines jahres. schwanger geworden und unglaubliche irgendwas zwischen 32 und 35 kilo zugenommen.
neustart bei 93,3 kilo. ziel: mindestens 10 kilo in höchstens 6 monaten.

gefühl nach dem ersten mal gym seit 15 monaten:
weird.
es liegt so viel dazwischen und trotzdem fühlt es sich an, als wäre ich gerade erst letzte woche zum letzten mal dort gewesen. 45 minuten krafttraining, 1 stunde ausdauer auf dem crosstrainer. ein lächerlich kleines pensum zum wiedereinstieg, aber gym- crack wirkt auch in kleinen dosen: ich, sklavin der kalorien-pro-minute-anzeige; ich, schweißjunkie; ich, muskelkatersüchtling.
nächstes mal: sonntag, 14 uhr 30. trainertermin.
bis dahin tippe ich mal so an einer gewichtshalbierungs- folge herum.

Donnerstag, 30. April 2009

endlich.

nahezu grenzenlose vorfreude auf die weiterführung von "at the gym", "reducing myself" und "shoes at the gym".

aftermath. [if you're waiting for a sign: this is it. do it. it will be wonderful.]

wie seltsam dieses gefühl ist, dass derjenige, der einem ein paar tage zuvor etwas nahezu völlig anderes auf den oberarm tätowierte, als man sich selbst zunächst vorgestellt hatte, eine ganz merkwürdige art von instinkt für das innere des menschen haben muss. der unterschied zwischen der kugelschreiberskizze, die ich zum termin mitbrachte, und dem, was jetzt auf meinem arm prangt, könnte kaum größer sein: die einzige gemeinsamkeit ist, dass beides knöpfe beinhaltet.
jeden tag wird mir noch ein bisschen klarer, wie unglaublich perfekt dieses tattoo zu meiner jetzigen lebenssituation passt. nicht nur, weil es bunt ist und nähzubehör beinhaltet. sondern vor allem, weil es da eine ungleich viel tiefere ebene gibt - dieser spruch zum beispiel. eigentlich sollte dort "fear regret, not failure" stehen. stattdessen liest man nun: "on n'est vieux que lorsque les regrets ont pris la place de nos rêves". man ist erst dann alt, wenn das bereuen den platz der träume eingenommen hat.
wie recht lionel damit hatte, anzumerken, dass der eigentlich vorgesehene spruch viel zu hart, die einzelnen wörter viel zu hässlich sind für so ein buntes, leichtfüßiges tattoo.
wie viel besser die essenz dieses spruches das trifft, worum es bei "fear regret, not failure" eigentlich geht.
wie cool es sein wird, diesen spruch auf der schulter zu tragen, wenn ich körperlich alt geworden bin.
wie doof es gewesen wäre, sich das wort "fear" tätowieren zu lassen, wo es doch genau das ist, was ich generell loswerden will. vor nichts mehr angst haben, vor gar nichts. und nichts bereuen; stattdessen endlich, endlich träume verwirklichen. bunt im kopf bleiben.
wie seltsam das ist, dass jetzt ein vogel auf meinem arm sitzt. wo doch seit weihnachten ein wunderschöner, antiker vogelkäfig in meinem zimmer hängt, der seither auf einen bewohner wartet.
dieses unbestimmte gefühl, lionel wusste nach nur wenigen minuten viel genauer, welches tattoo das perfekte für mich sein würde, als ich selbst nach viel längerer bedenkzeit, bleibt. und es wird mit jedem tag ein bisschen deutlicher. mittlerweile kenne ich andere, die auch von ihm tätowiert wurden und ein ganz ähnliches gefühl haben. magisch. und enorm weiterempfehlenswert.

lionel fahy:
myspace
outofstep
interview

Donnerstag, 23. April 2009

before.

before.


[noch vier tage.]

Mittwoch, 22. April 2009

prioritäten.

ich möchte euch alle einladen. zum brunch, zum grillen, zu einer riesenparty mit lagerfeuer am baggersee. zu unserer hochzeit, zum abendessen, auf ein paar tage urlaub hier bei uns. ich möchte euch alle umarmen und feste drücken, ich möchte euch was schenken, ich möchte euch einen gefallen tun. ich möchte euch zuhören, für euch da sein, euch irgendwo raus- oder irgendwie weiterhelfen.

ich möchte mich entschuldigen für diesen komischen, verwirrten menschen, der ich war. für all die male, die ich euch verletzt habe, bloßgestellt, vor den kopf gestoßen. ich möchte euch erklären, warum das alles so sein musste, all die lügen und die nerverei, die übertriebene anhänglichkeit und das generell seltsame verhalten. ich hab's erst jetzt kapiert.

möchte zurückreisen, in jedes einzelne jahr zwischen 1981 und 2008, möchte das jeweilige alte ich an die hand nehmen und sagen: "halt durch, beiß die zähne zusammen. es wird sehr schlimm werden, aber es wird vorübergehen und eines tages wirst du plötzlich glücklich sein".

und jetzt gerade, in genau diesem moment, möchte ich am liebsten flennen. laut, ausdauernd und lange, um all diese scheißtrauer aus mir rauszukriegen. sich für das glücklichsein entschieden zu haben bedeutet wohl nicht nur, alles schlechte endlich hinter sich zu lassen. sondern auch, mit der hoffnung abzuschließen, dass sich bestimmte dinge irgendwann vielleicht, endlich, doch noch mal ändern werden. aber das werden sie nicht: ich werde niemals einen vater haben, der mich um meiner selbst willen lieben kann. einfach nur so, weil ich da bin. so, wie man ein kind eben lieben sollte. und unabhängig davon, welche noten ich schreibe, welche prüfungen ich bestehe oder verhaue, welchen job ich mache.

für meinen vater werde ich immer die versagerin bleiben, die missratene. weil linkshändisch, faul, fett, dumm und unwillig, mich seinen vorstellungen nach endlich zu etwas "anständigem" zu entwickeln. ich, die fehlinvestition auf ganzer linie.
es macht endgültig keinen sinn mehr, noch weiter darauf zu hoffen, dass ich in seinen augen jemals etwas anderes sein werde als das. und einmal mehr ruft mir eins meiner all- time- favourite- zitate in erinnerung: "hoffnung ist immer nur ein eingeständnis, dass der augenblickliche zustand nicht gut ist: es wird auf besserung gehofft".

weiter zu hoffen wäre eine abwertung meines momentanen lebens. denn nie ging es mir besser, nie war ich glücklicher als jetzt.

Dienstag, 21. April 2009

ein ♥ für blogs.

mein ♥ für blogs habe ich bereits hier ausgeschüttet, reiche an dieser stelle aber auch gerne noch ein paar links nach:


sickgirl. zum großteil der fotos wegen. und ein bisschen, weil sie mich an mich selbst während meiner ersten zweidrei semester philosophie erinnert.

angela. ein strickblog, jawohl. und noch dazu eins ohne hochauflösende makroaufnahmen in profiqualität; kein lifestyle- strickblog, kein webshop- begleitendes strickblog. sondern einfach nur das blog einer im positivsten sinne strickbesessenen frau aus bayern, die absolut unglaubliche muster in atemberaubender perfektion und geschwindigkeit hinbekommt. immer wieder faszinierend, inspirierend und lehrreich.

neuhausener nudelsuppe. wann und wie ich auf rosa gestoßen bin, kann ich beim besten willen nicht mehr erinnern, nur dass es _lange_ her ist, das weiß ich. eine zeitlang verband uns der veganismus, jetzt ist es der gemeinsame hang zu rumpfkluft-shirts und die vorliebe für zufalls-kochen aus resten und/ oder mit ungewöhnlichen zutaten. rosa ist außerdem organisatorin des alljährlichen DFssgF (Deutsche Foodblogger schichen sich gegenseitig Fresspakete), woran teilzunehmen jedem kochbegeisterten swap-liebhaber dringend empfohlen sei.

schreibblogade. leider heißt es hier seit einiger zeit: nomen est omen, denn geschrieben hat frau g. schon länger nicht mehr. aber als sie das noch getan hat, habe ich immer sehr gerne gelacht über ... ach, lesen sie selbst. das kann man nicht erklären.

notizen an mich selbst. kaum jemand schreibt in so wenigen worten so schöne einsamkeits-melancholie. ohne gejammer und ohne selbstmitleid. dafür mit viel sekundenglück, hin und wieder einem kleinen kochrezept und immer wieder berichten von der suche nach dem perfekten espresso.

Freitag, 17. April 2009

balkonstatistik.

zwei balkone
12 quadratmeter
57 pflanzgefäße
140 liter erde.

krokusse, narzissen. tulpen, hyazinthen, maiglöckchen.
johannisbeer, tomaten, bartblume, kissenaster, schwarzäugige susanne, kaiserwicke, chrysanteme, rose, türkischer mohn, kornblumen, sonnenblumen, japanischer rasen. koriander, bäumchenbasilikum, rosmarin, lavendel, salbei, schnittlauch, thymian, pfefferminze, zitronenthymian, liebstöckel, dill, majoran, oregano. geldbaum, kakteen, passionsblume, hängegeranien, cosmeen, ufopflanze.

Sonntag, 5. April 2009

foodcontent (xxxviii).

sensation: heute mal was mit rezept. heißt 'salat mit ziegenkäsecroutons' und geht so:

salad with grilled goats cheese croutons.


backofengrill auf 230° vorheizen. einige scheiben bauernbrot halbieren und mit einem dünnen apfelschnitz (braeburn) und einem stück (geräuchertem) ziegenfrischkäse oder ziegencamembert belegen (apfelschitze vorher von beiden seiten mit zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden.)

salad with grilled goats cheese croutons.


salat (hier: eichblattsalat, portulak und paprikastücken) waschen und trockenschleudern. den rest des apfels ebenfalls in dünne scheiben schneiden, mit zitronensaft beträufeln und unter den salat heben. die käsecroutons auf oberster schiene in den ofen schieben und etwa 7 minuten grillen. im auge behalten, geht ziemlich fix!
salatdressig (mein lieblings-allerwelts-salatdressing): 1 tl senf, salz, pfeffer, saft einer halben zitrone und 1 teil weißen balsamico in ein schraubglas geben, zumachen, schütteln. (nach den käsecroutons gucken.) 2 teile olivenöl, 1 tl honig und 1-2 el dunklen balsamico dazugeben, zumachen, schütteln. (nach den käsecroutons gucken.) zum schluss noch feingeschnittene frühlingszwiebeln und eine kleine handvoll gehackte walnüsse dazugeben, nochmal schütteln, fertig.

käsecroutons aus dem ofen holen. mit je einer halben walnuss belegen und mit honig beträufeln. fertig!

frei werden.

ein gar nicht mal so kleines steinchen im großen mosaik: die reduzierung von zu hochzeiten 11 piercings auf mittlerweile nur noch...ähm, eins. schon länger nicht mehr vorhanden waren die piercings in bauchnabel, augenbraue, nase, orbital und labret. bis ich schwanger wurde trauerte ich noch um das drei mal gepiercte, zwei mal implantierte madison, dann musste ich wegen einschlägigen wachstumsbestrebungen und damit verbundenen schmerzen das in der brustwarze entfernen, zur geburt dann auch die beiden nasiewissenschonwo. und vor ein paar wochen entledigte ich mich dann aus einer plötzlichen laune heraus auch meines zungenpiercings.
entledigte, ja richtig, denn irgendwie fühlt es sich jetz besser an. frei von all diesen kleinen, meist fiesen erinnerungen, manifestiert in chirurgenstahl und titanium, festgetackert an mir und ich an ihnen. eine zeit lang brauchte ich das und ja, auch den schmerz dazu; wie so vieles ist auch das jetzt vorbei, nicht mehr notwendig, überflüssig. indes, das gedankenverlorene rückwärtsrollen der zunge, mit dem ich früher die piercingkugel zwischen den lippen hindurchschob, muss ich mir immer noch abgewöhnen. ein über acht jahre hinweg eingetrampelter gewohnheitspfad.
geblieben ist das tragus-piercing und die gedehnten ohrläppchen sind natürlich auch noch da. ersteres darf bleiben, ein nichtssagendes, hübsche kleines ringlein im ohr. für zweitere erwäge ich manchmal tatsächlich eine lobe reconstruction - aber beim anblick der sich dabei bildenden narben und, oh!, beim gedanken an die schmerzen, gefallen sie mir dann eigentlich doch noch ganz gut.

unterdessen wächst die lust auf ein neues tattoo.