Freitag, 7. September 2007

zur ewigen erinnerung.

"dieses schöne bild mit allem drum und dran, das hab ich von meiner frau geschenkt bekommen, ja. und da steht ja auch was drauf, ich kann es bloß nicht lesen ohne brille. also weiß ich gar nicht, was da steht, muss die brille aufsetzen, weiß nicht, was da steht. irgendwas schönes steht da drauf. soll ich's vorlesen? ja, ich les es mal vor."


[und ein paar sekunden später heule ich, gemeinsam mit dem wunderbaren martin rickelt, rotz und wasser. liebe. was für eine riesensache.]

freundschaft kündigen 2.0.

das häkchen bei 'following' wegmachen.

leben vs. bloggen.

es gibt mal wieder so viel mehr in das tagebuch zu schreiben, dieser tage. so viel mehr, dass ich neben lernen, schreiben und arbeiten kaum hinterher komme und ein spezialding kaufen musste, mit dem man einen stift am rücken des tagebuches festklemmen kann. von wegen immer überallhin mitnehmen und jede freie minute zur dokumentation nutzen usw.
man darf gespannt sein. ein bisschen. also - zumindest bin ich es. ein bisschen.

too honest to fake it.

vom spätabendlichen lern- und leidensbesuch bei der mit-examenskandidatin ausgeliehenerweise mitgebracht:
- 'der zerfall der sed-herrschaft: zur erosion des marxistisch-leninistischen legitimitätsanspruches in der ddr';
- 'keine angst vor prüfungsangst: strategien für die optimale prüfungsvorbereitung im studium'
und
- 'brigitte viva!-extraheft: die neue schminkschule'.

letzteres in einem weiteren anfall purer verzweiflung an der eigenen hässlichkeit mehr so schmuddelheftchen-heimlich mitgenommen. von der mit-examenskandidatin wohlwollend belächelt worden, irgendwie so 'und tief innendrin ist sie doch ein richtiges mädchen'-mäßig. das heft zuhause dann durchgeblättert und schließlich für blöd befunden: für das 'unauffällige und trotzdem frisch wirkende tages-make-up' braucht man acht schritte und elf produkte. foundation, concealer, make-up, puder, brauengel, brauenpuder, cremelidschatten, mascara, rouge, lipliner, lipgloss. ich könnte den ganzen krempel morgens überhaupt nicht auseinanderhalten. außerdem: morgens eine dreiviertelstunde vor dem spiegel stehen, damit man so aussieht, als hätte man es nicht nötig, morgens eine dreiviertelstunde vorm spiegel zu stehen? püh. nöh. so hässlich bin ich dann auch wieder nicht. glaub ich.

Donnerstag, 6. September 2007

nicht einsam, nur allein.

das einzige, was ich am zusammenleben mit anderen leuten manchmal vermisse, sind, an verregneten nachmittagen wie dem heutigen, zimmerbesuche von mitbewohnern.
da gab es mal einen, der hieß c. und in der zeit, als wir einander noch mochten, kam er an düsteren nachmittagen in mein zimmer. 'darf ich 'n bisschen bei dir rumhängen?', fragte er dann und klar, er durfte. und die folgenden zweidrei stunden verbrachte man dann zusammen in meinem zimmer; draußen kalt und regnerisch, drinnen warme lichtinseln und heißer kakao. ich weiter das tuend, womit ich mich zuvor schon beschäftigt hatte (meistens lernen, zeichnen oder im internet surfen) und er 'visions' oder 'spex' lesend auf meinem bett. nicht, dass man sich irgendwie aufeinander konzentriert hätte: der andere war einfach nur anwesend. geredet wurde kaum dabei; höchstens mal 'oh cool, band xy kommt nach freiburg' und darauf folgende, kurze diskussionen ob man da hingehen wird oder nicht; ansonsten war es still bis auf kaum ins gewicht fallende, weil als selbstverständliches begleitgeräusch adoptierte musik im hintergrund, unregelmäßiges seitengeblätter, tastaturgeklackere und das gelegentliche rascheln, das seine beine auf meiner bettdecke machten, wenn er die rumhängposition wechselte.

diese gemütlichkeit des gemeinsamen nichtstuns vermisse ich tatsächlich mit jedem herbst, den ich 'alleine' bin, mehr.
ich glaube, diesen herbst wird das sogar weh tun.

dement oder dreist?

-"frau äh coolcat, wir haben da jetzt so ein super entatäinmenntabbo in angeboht."
"ah, sie sind der mit 'holliwutt' und 'tausent fielmö' und so - nee, will ich nicht. da hat vor drei tagen schonmal einer angerufen."
-"ja äh, das war dann ich, vermutlich..."
"prima, dann wär das ja geklärt."
-"ich wollte sie erzählen, was sie damitt alles kuckn könn."
"aber ich haben sie ja vor drei tagen schon getan und ich habe ihnen doch da schon gesagt, dass ich kein interesse daran habe."
- "ahso ja, äh, aber jetzt wollten wir ihnen noch erzählen, dass sie damit alle holliwuttfielmö in hadedekwalität auf ihren fernseh kuckn könn."
"ich habe ihnen doch aber auch gesagt, dass ich meinen fernseher vor über einem jahr entsorgt habe, weil ich kein interesse am fernsehen habe."
- "ahso ja, äh, dannäääääh kannichihnauchnichhelfen."

pff. hilf dich ersma selber, jung.

überfordert.

gruselig: sich geburtstagsgeschenke ausdenken müssen für leute, die man mag. muss ich diesen monat gleich vier mal. uaaah.

katzengulasch.

es ist mir ein vollkommenes rätsel, welchen grund dieser kater diese pelzkröte gehabt haben könnte, die gesamte vergangene nacht
durchzumachen und dabei alle anderthalb stunden irgendwas derart 
nerviges und /oder lautes zu tun, dass ich garantiert davon aufwache.
mit im programm waren: intensivst mit einem aus meinem strickstash geklauten filzbällchen spielen, 
sachen aus dem regal schmeißen, mir etliche male hintereinander mit anlauf und vollem kawumms von der fensterbank aus in die magengrube 
springen, die schranktür unter der spüle öffnen und den dahinter 
befindlichen mülleimer umschmeißen, ein halbvolles netz kartoffeln 
unters bett zerren, meine füße jagen, während ich schlafe und mich dabei 
mit einem herzhaften biss in die ferse wecken, kleidung vom wäscheständer
herunterzerren und alle meine chucks und meine sportschuhe in diverse ecken der wohnung schleppen.

und während ich nun also gerädert, hundemüde und übellaunig hier sitze, liegt das vieh tief schlummernd in seinem körbchen und gibt sich alle mühe, so harmlos und niedlich auszusehen, dass mir vermutlich niemand die obigen schilderungen seiner schandtaten glauben würde.
und nicht nur das: es verdreht auch noch ganz arrogant die ohren nach hinten, sobald ich mich nur bewege und auch nur im ansatz irgendwelche geräusche verursache.
ich werde mich mit lauter musik rächen. bis ich das haus verlasse, kommt dieses vieh nicht zum schlafen, dafür werde ich sorgen.

rrraaah. kat-zen-gu-lasch. (!)

Mittwoch, 5. September 2007

what a very cool surprise.


how fucking cool is that??!


stickers von der xxcrew! yay! danke, j.

thinking (x).

wie das eben so ist mit menschen, die man von der ersten minute an mochte: die will man dann nicht mehr hergeben und man will zu fast 
jedem zeitpunkt immer noch ein bisschen mehr, als gerade angebracht ist. 
obwohl man ja, objektiv betrachtet, schon gar nicht so wenig bekommt 
und auch alles echt gut läuft. 
aber dieses mögen, das wird eben nicht weniger, sondern eher noch mehr 
dadurch. und dementsprechend wird auch das mehrwollen mehr. 

leute mögen ist ein verdammter teufelskreis.

Dienstag, 4. September 2007

quotable (vii).

"also wenn du bock hast, dann fahren wir einfach mal zusammen 'ne kleine tour."


[und wie ich bock hab, ohja.]

eine neue liebe.

die möglichkeit,wahlweise ein gebrauchtes numinis 1200 für 400 euro zu kaufen, lässt mich von der idee, tatsächlich eine transalps-tour zu versuchen, nicht gerade abstand nehmen. 
"do demit kunnsch gut iber d'albe", sagte meine spinning-trainerin gestern zu mir.

Montag, 3. September 2007

journalistenklischees (i).

"nee, also auf presse hab ich grad echt keinen bock, ey nee echt ey."

status (i).

schreibtisch, linke seite:
bücher zum thema der zulassungsarbeit.
bücher zum thema der nicht bestandenen und jetzt nochmal zu schreibenden hausarbeit.
mappe; aufschrift: 'das böse'; inhalt: unterlagen zur anmeldung zum ersten staatsexamen und zur anmeldung der zula.
studienbuch.
taschenkalender.
notizbuch.
brillenetui.
ginko-tabletten.

schreibtisch, mitte:
laptop
externer monitor
cola light
kaugummis
arbeitsplan
zu bezahlende rechnung

schreibtisch, rechte seite:
ipod nano
handy
kalorientabelle
luftpost
notizen für spätabendlichen fudder-termin

t1=+26
t2=+57
t3 ≈ +165
t4, t5 und t6: noch nicht absehbar.

stimmungsbild: vorfreude, schiss, nervosität.

Sonntag, 2. September 2007

"wir sind kein liebespaar, wir sind nur sehr gute freunde. aber neulich, da waren wir eine nacht lang beides."

"Naheliegend wäre es, den Umgang mit Sexualität einem verantwortungsbewussten Hedonismus anheimzustellen. Auch Freundschaften sollten nicht auf einer Fiktion selektiver Asexualität beruhen. Dies wird vielleicht nur in wenigen Fällen einen Unterschied machen, aber in diesen wenigen Fällen können sich sowohl die Freundschaften als auch das Sexualleben leichter und weiter entwickeln, und einige Probleme, die Freundschaften bislang belasteten oder gar unmöglich machten, können nunmehr gelöst werden oder verschwinden ganz.

Unter diesen Voraussetzungen ist die Einteilung in erotische und platonische Beziehungen sinnlos geworden: Es gibt kein klares Kriterium zur Unterscheidung zwischen einer Freundschaft mit Sex und einer nicht exklusiven Liebesbeziehung. An die Stelle des ebenso unflexiblen wie restriktiven Zwei-Schubladen-Modells tritt ein kontinuierlicher mehrdimensionaler Beziehungsraum, in dem es fließende Übergänge gibt. Jede Beziehung kann in jede Richtung entwickelt und vertieft werden, wenn dies erwünscht ist, und keine Beziehung muss Aspekte erfassen, die ihr eigentlich fremd sind."

[artikel in der jungle world zum thema 'monogamie'. | via malo.]

brighton.

ich hatte mich gerade dazu durchgerungen, bat for lashes trotz ihres björkesken singsangs zu mögen, da lese ich, dass die genau daher kommt. 
will mich dann mit 'nachrichten' ablenken und erfahre dabei als erstes, 
dass man sich in brighton gerade im bärtezwirbeln misst. 

ahja.

[war ja klar, dass es nicht ausreichen würde, nur luftpost von daher 
zu bekommen. ]
 

thinking (ix).

was menschen aus buchstaben machen.
was buchstaben aus menschen machen.

10 anzeichen für die bestätigung der theorie, dass studieren alltagsuntauglich macht.

- in mails eine anständige groß- und kleinschreibung praktizieren. das dann merken, für uncool befinden und in der fertigen mail vor dem abschicken noch schnell alle großbuchstaben durch kleine ersetzen.

- dann jedoch nicht merken, dass zwei von fünf mails den falschen adressaten haben. weia, mit ein bisschen mehr pech hätte das ganz schön ins auge gehen können.

- während des schreibens der seminararbeit mehrmals den impuls bekommen: 'ah! wäsche waschen!', das aber auf dem weg ins badezimmer jedes mal wieder vergessen und dort angekommen dann immer nur pickel ausdrücken, klopapier nachfüllen oder einfach ganz unverrichteter dinge ('hä? warum bin ich gerade vom schreibtisch aufgestanden?') wieder zurücklatschen und weiterarbeiten.

- es irgendwann doch schaffen, die dreckwäsche einzusammeln und in die waschmaschine zu schmeißen. zwei stunden später dann mit dem vorhaben 'wäsche aufhängen' wieder ins bad latschen und da feststellen, dass man die maschine zwar befüllt, aber nicht angeschaltet hatte. maschine anschalten.

- weitere zwei stunden später erneut den gedanken 'wäsche aufhängen' fassen und dann, vor der maschine stehend, feststellen, dass man sie zwar angeschaltet, aber den wasserzulauf nicht aufgedreht hatte. wasserzulauf aufdrehen. zurück an den schreibtisch. weiterarbeiten.

- hunger bekommen und sich für gebackene kartoffeln mit heißgemachtem tiefkühlgemüse und hüttenkäse entscheiden. in der küche erstmal das unabgewaschene geschirr für dringend beseitigungspflichtig erachten; spülwasser einlassen, geschirr zurechtstapeln. während alldem vom aufgeregt maulend zwischen den füßen herumscharwenzelnden kater wahnsinnig gemacht werden: folge: tiefkühlgemüse in dessen napf, anstatt in den kochtopf schütten.

- anhand der vorwurfsvollen blicke des angeekelten katers irrtum bemerken. tiefkühlgemüse in topf umfüllen, herdplatte anschalten, wieder an den schreibtisch setzen. wenn das gemüse fertig ist, feststellen, dass man vergessen hat, die kartoffeln zuzubereiten. kartoffeln in den ofen schieben; gemüse, da es später entweder kalt oder wieder aufgewärmt und deswegen lätschig verzehrt werden muss, zähneknirschend zur seite schieben. schreibtisch.

- die mutter ruft an. während des telefonats das geschriebene nochmal querlesen und deshalb dann im gespräch irgendwelche allerweltswörter unbemerkt durch wörter aus der seminararbeit ersetzen. daraufhin von der mutter gefragt werden, ob man wieder mit dem kiffen angefangen hat. dies giftig verneinen und das gespräch kurz darauf beenden.

- das telefon klingelt wieder. das display zeigt an, dass es ein guter freund ist. abnehmen, hörer an die schulter klemmen, weitertippen. etwa 20 sekunden später aufgrund einer stimme im kopf ('halloo? eevaaaa?') zu tode erschrecken, schreien, den hörer reflexartig durch die halbe bude pfeffern. das telefon dann wieder in die hand nehmen und vorwurfsvoll irgendwas von 'mann! erschreck mich doch nicht so!!' hineinkeifen. als antwort bekommen, man könne das zukünftig vermeiden, wenn man sich nach dem abnehmen einfach melden würde, anstatt wortlos tippgeräusche zu machen.

- unterdessen das erkaltete gemüse wieder aufwärmen. kurz darauf: essen, endlich. mit dem wunsch nach einer zweiten portion in die küche gehen und dort feststellen, dass man vergessen hatte, den deckel auf den topf zu tun, weswegen das aufgewärmte gemüse jetzt wieder kalt ist.


[und genau solche dinge sind der wahre grund, weshalb menschen mit akademischen berufen sekretärinnen, putzfrauen und haushälterinnen haben.]

thinking (viii).

und wenn ich das hier schnell genug fertig kriege, kann ich auch noch ins gym.

[prioritätenverschiebung, unvernünftige. oder: das unbefriedigende gefühl, keinen ausreichend schmerzenden muskeln zu haben.]